München – Vor über einem Jahr hat die bayerische Staatsregierung eine massive Ausweitung des Angebots der Förderbank LfA beschlossen. Die Höchstbeträge für Förderkredite wurden teilweise verdoppelt, antragsberechtigt waren auf einmal auch Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro – also größere mittelständische Firmen. Auch die Risikokapitalfinanzierung von Start-ups wurde ausgeweitet. Ziel war die Schaffung einer „Mittelstands- und Transformationsbank“, die mit günstigen Krediten und anderen Förderinstrumenten Betriebe bei Gründung, Wachstum und Transformation unterstützt.
Diese Politik macht sich nun bemerkbar, wie aus den gestern veröffentlichten Bilanzkennzahlen der LfA hervorgeht: Die gesamte Förderleistung der Bank lag im Jahr 2025 bei 2,7 Milliarden Euro – ein kräftiges Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Wir haben uns ein Stück weit neu erfunden“, sagte Bernhard Schwab, Vorstandsvorsitzender der LfA gestern in München. „Wir konnten mehr Mittel für die Wirtschaft mobilisieren, deutlich mehr als im Vorjahr.“
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht sich in seiner Politik bestätigt. Die LfA leiste „beste Arbeit“ für die Wirtschaft. Wenn es die Bank nicht gäbe, müsste sie gegründet werden, sagte er.
Der Ausbau des Geschäfts mit Förderkrediten spiegelt sich auch in der Bilanzsumme für das Jahr 2025 wider: Die Bilanzsumme stieg verglichen mit dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf über 25 Milliarden Euro. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: LfA-Chef Schwab rechnet mit einer Bilanzsumme von 30 Milliarden Euro in den kommenden vier bis fünf Jahren. „Die 30 Milliarden – das ist jetzt kein hartes Ziel“, sagte er. Ziel sei vielmehr, die Förderung auszuweiten.
Unterm Strich wies die LfA im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von 20 Millionen Euro aus – wie im Vorjahr. Schwab betonte aber, dass nicht ein hoher Überschuss angestrebt werde, sondern die Förderung mittelständischer Unternehmen und Kommunen. Besorgt zeigte sich die LfA-Führung über gestiegene Kosten. Vorstandsmitglied Stefan Höck verwies auf einen Verwaltungsaufwand in Höhe von 81 Millionen Euro im vergangenen Jahr – sieben Millionen mehr als 2024. Grund dafür seien vorwiegend höhere regulatorische Anforderungen gewesen, die unter anderem zu höheren Investitionen in die IT-Sicherheit geführt hätten. Ein Stellenabbauprogramm sei aber nicht geplant.
Mit Blick auf die Konjunkturschwäche und die Iran-Krise sagte Höck, dass in Zukunft mit mehr Kreditausfällen zu rechnen sei. Er betonte aber: Die Kreditausfälle der LfA bewegten sich auf einem „sehr niedrigen“ Niveau.SEBASTIAN HÖLZLE