FCAS: Kampfjet-Projekt der Zukunft vor dem Aus

von Redaktion

Berlin – Als „Luftkampf-System der Zukunft“ gestartet, steht das deutsch-französische FCAS-Projekt offenbar vor dem Aus. Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Rüstungsunternehmen Dassault und Airbus sowie unterschiedliche Anforderungen an ein Kampfflugzeug der neuen Generation haben das ambitionierte 100-Milliarden-Euro-Vorhaben immer unwahrscheinlicher werden lassen. Von den Regierungen in Berlin und Paris eingesetzte Vermittler konnten zuletzt offenbar keine Einigung erzielen. Im Streit um die Führungsrolle bei FCAS hatten die Regierungen in Berlin und Paris Ende März zwei Rüstungsmanager beauftragt, noch einen Lösungsversuch zu unternehmen. Offizielle Angaben zum Ergebnis gibt es noch nicht. Der für die Luftwaffe zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion, Volker Mayer-Lay (CDU), sagte, mit der „jetzt zum Ende kommenden Mediation wurden alle Optionen ausgeschöpft“. Sollte die Vermittlung kein tragfähiges Ergebnis bringen, sei „FCAS in seiner bisherigen Ausgestaltung gescheitert“. Airbus ist nach Informationen aus Industriekreisen bereit, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln. Denkbar ist auch, dass sich Deutschland bei der Entwicklung eines solchen Kampfjets mit Schweden zusammentut. Großbritannien, Italien und Japan wollen ihrerseits unter dem Namen GCAP (Global Combat Air Programme) oder Tempest einen neuen Tarnkappen-Bomber entwickeln. Dieser soll die japanischen F-2-Kampfflugzeuge sowie die britischen und italienischen Eurofighter ersetzen.

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