Galeria bleibt Miete schuldig

von Redaktion

Erneut Sorge um die deutschen Galeria-Filialen: Einem Meidenbericht zufolge können einige Häuser die Miete nicht bezahlen. © Imago

München – Offenbar kriselt es erneut bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria: Einem Bericht der „Immobilienzeitung“ zufolge hat das Unternehmen mehrere Vermieter um Stundung der Mieten gebeten. Wird diese verweigert, stellt das Galeria-Management sich den Aussagen zufolge tot, zitiert die „Immobilienzeitung“ einen der Vermieter: „Wir hatten vor etwa drei Wochen eine Telefonkonferenz mit Galeria zu einer angestrebten Liquiditätsmaßnahme. Die bestand im Wesentlichen darin, im April und September 2026 die Miete zinslos zu stunden. Eine Rückzahlung sollte dann im April und Oktober 2027 erfolgen. Wir haben eine Stundung abgelehnt, weil uns mittlerweile nach drei Insolvenzen ein Stück weit der Glaube an die Zukunftsfähigkeit des Konzepts fehlt“. Für April sei keine Miete eingegangen, Anfragen würde Galeria ignorieren.

Laut dem Branchenblatt hatten mehrere andere Vermieter ähnliche Erfahrungen gemacht. Bei mehreren ging es um die Stundung von zwei Monatsmieten. Eine Galeria-Sprecherin sagte demnach auf Anfrage: „Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir zu laufenden Gesprächen oder Verhandlungen mit unseren Vertragspartnern keine Auskunft geben.“ Laut Bericht hatte Galerie acht Vermieter angeschrieben und um eine „Flexibilisierung“ der Mieten gebeten. Andernfalls müsse man die Filialen eventuell schließen.

Ob auch die vier Münchner Standorte von der Geldnot betroffen sind, ist nicht bekannt. In den Häusern am Marienplatz, in Schwabing, am Rotkreuzplatz und im Olympia-Einkaufszentrum arbeiten rund 800 Mitarbeiter. Müssen sie wieder um ihre Jobs bangen, weil das Unternehmen auf eine schwere Krise zusteuert? Nach drei Insolvenzen ist das Filialnetz in Deutschland auf 83 Standorte geschrumpft. Die Mietbelastung soll sich auf 100 bis 120 Millionen Euro im Jahr belaufen. Im Geschäftsjahr 2024/25 soll das Warenhaus bei einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro noch „operativ profitabel“ gewesen sein. Der Miteigentümer Bernd Beetz verkündete dem „Handelsblatt“ im Sommer 2025: „Alle 83 Filialen schreiben schwarze Zahlen.“ Die „Textilwirtschaft“ berichtete jedoch kürzlich, dass die Umsätze ab Oktober 2025 deutlich unter Plan liegen.

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