Es dauert nur wenige Minuten, dann gehen sie getrennte Wege: Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (linkes Foto) teilen ihren Rundgang über die Hannover Messe auf. Während Lula bei brasilianischen Ausstellern bleibt, zieht Merz weiter über das Gelände und schaut sich Roboter und neue Technologien – unter anderem die humanoiden Roboter der Münchner Firma Agile Robots (rechtes Foto) – an. Der gemeinsame Rundgang ist damit praktisch beendet, bevor er richtig begonnen hat. Bei Polizei und Messe sorgt der ungewöhnliche Ablauf für Verwunderung: „Das haben wir noch nie erlebt.“
Grundsätzlich jedoch scheint Harmonie zu herrschen. Beide Staatschefs hatten zuvor die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten betont. „Das ist unsere Antwort auf die großen Verwerfungen, die wir gegenwärtig erleben“, sagt Merz. Das Abkommen, mit dem eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen entstehen soll, tritt am 1. Mai vorläufig in Kraft. Brasilien bezeichnet Merz als „Schlüsselpartner“. FOTOS: DPA/EPA