Frankfurt – Im Ringen um eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit hat sich der Ton deutlich verschärft. Die deutsche Bank warf den Italienern eine „anhaltend feindliche Taktik und irreführende Darstellung“ vor. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor den Strategieplan der Commerzbank kritisiert und den Aktionären bessere Aussichten im Fall einer Übernahme in Aussicht gestellt. Die Commerzbank setze zu sehr auf „externe Rahmenbedingungen“ und „internationales Wachstum“, sagte Orcel. Die Unicredit hingegen würde die Bank „wieder auf Deutschland ausrichten“ und mehr Wachstum schaffen. Die Frankfurter Bank bezeichnete das Vorhaben der Italiener daraufhin als „spekulativ“ und betonte den „Mehrwert“ der eigenen, auf Eigenständigkeit ausgerichteten Strategie für die Aktionäre. „Was Unicredit heute präsentiert hat, ist kein wertschaffender Unternehmenszusammenschluss“, erklärte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. „Es ist erstaunlich, dass Unicredit über 18 Monate benötigt hat, um einen unabgestimmten Plan vorzulegen, der trotz regelmäßiger Investorenmeetings in diesem Zeitraum ein grundlegendes Verständnis für die Treiber unseres Geschäftsmodells vermissen lässt.“ Die Unicredit war Ende 2024 in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen und hat ihre Anteile seitdem weiter erhöht. Mitte März legte sie ein Angebot für die Übernahme weiterer Anteile vor. Die Commerzbank und die Bundesregierung als Großaktionär haben sich gegen eine Übernahme ausgesprochen.