Washington – Noch-Fed-Chef Jerome Powell will auch nach dem planmäßigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai im Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve bleiben. „Ich habe vor, mich in dieser Funktion zurückhaltend zu verhalten“, sagte er bei seiner letzten Pressekonferenz als Fed-Vorsitzender. Wie lange er als sogenannter Gouverneur im Vorstand arbeiten wolle, ließ er indes offen.
Auf Powell soll der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh folgen. Dieser war nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid vom Bankenausschuss des Senats bestätigt worden. Nun muss der gesamte Senat noch grünes Licht geben. Ökonomen befürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf derartige Entscheidungen nehmen und indirekt Zinslockerungen erwirken könnte. Powell könnte im Vorstand bleiben wollen, um ein Gegengewicht darzustellen – zum Ärger Trumps, der Powell schon lange gefeuert sehen möchte.
Powell zeigte sich besorgt über die „rechtlichen Angriffe“ der Regierung gegen ihn. Diese gefährdeten „unsere Fähigkeit, Geldpolitik ohne Berücksichtigung politischer Faktoren zu betreiben“, und seien „in unserer 113-jährigen Geschichte beispiellos.“
Den Leitzins ließ die Fed angesichts von Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges in ihrer Sitzung unangetastet. Eine Mehrheit des Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten.DPA