Letzte Sitzung für den Fed-Chef?

von Redaktion

Washington – Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins angesichts von Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges unangetastet. Eine Mehrheit des Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Zugleich richten sich alle Augen auf den möglichen Nachfolger von Noch-Fed-Chef Jerome Powell. Experten befürchten, dass die Fed mit der Bestätigung des von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Kevin Warsh an Unabhängigkeit und damit Glaubwürdigkeit verlieren wird.

2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei ihren ersten beiden Sitzungen dieses Jahres legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zeitgleich hoher Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne.

Unklar ist indes, ob Trumps Kandidat noch bis zum Ausscheiden von Powell als Fed-Chef Mitte Mai vom Senat bestätigt wird. Die heutige Sitzung war planmäßig der letzte Zinsentscheid mit Powell an der Spitze des Zentralbankrates. Sollte seine Nachfolge bis Mitte Mai nicht geklärt sein, könnte sich Powell nach eigenen Worten zumindest zeitweise vorstellen, das Amt weiterzuführen. Danach könnte der 73-Jährige als normales Vorstandsmitglied weiter in der wichtigsten Zentralbank arbeiten. Ob er das will, ist offen.DPA

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