München – Der Triebwerkhersteller MTU ist gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der um Sondereffekte bereinigte Umsatz des Münchner Konzerns stieg um sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn um sechs Prozent auf 229 Millionen Euro. Der Iran-Krieg wirke sich in den Geschäftszahlen des ersten Quartals nicht aus, sagten MTU-Chef Johannes Bussmann und Finanzchefin Katja Garcia Vila. Sie gehen davon aus, dass auch die mittelfristigen Folgen des Konfliktes auf den weltweiten Flugverkehr und das Geschäft der MTU überschaubar bleiben.
Besonders stark legte der Militärbereich zu. Hier gab es im ersten Quartal ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 142 Millionen Euro. Die wichtigsten Umsatztreiber waren die Antriebe für den Militärjet Eurofighter, für den Transporter A400M sowie die Entwicklung der FCAS genannten nächsten Generation europäischer Kampfjets. Bussmann äußerte sich besorgt über den deutsch-französischen Streit, der das FCAS-Projekt derzeit infrage stellt. Europa brauche eine souveräne Luftverteidigung und die Industrie Planungssicherheit im Projekt, so der MTU-Chef. Finanzchefin Garcia Vila bekräftigte, dass der Militärbereich bei der MTU dennoch weiter wie geplant wachsen werde. Vor Kurzem hatte der Konzern das Kölner Unternehmen AeroDesignWorks gekauft, um in den Markt mit Drohnen einzusteigen.
Auch in der zivilen Luftfahrt läuft das Geschäft trotz Iran-Krieg und hoher Kerosinpreise. Beim Verkauf von Triebwerken für Linienmaschinen wie A320 und A320neo gab es zwar ein Umsatzminus von fünf Prozent auf 479 Millionen Euro. Das sei aber auf den schwachen Dollar zurückzuführen, so die MTU. In der Wartung von Triebwerken – dem mit Abstand wichtigsten Geschäftszweig des Unternehmens – stieg der Umsatz dagegen um acht Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Trotz Iran-Krieg und hoher Kerosinpreise erwartet MTU-Chef Bussmann gute Geschäfte im restlichen Jahr. „Wir sehen momentan keinerlei Anzeichen für eine Stilllegung von Flugzeugflotten“, sagte er. Der Konzern hält an seiner Prognose fest: Der Gewinn soll im laufenden Jahr bei 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro liegen.HÖSS