Der Anteil von grünem Gas soll steigen. Das dürfte teuer werden. © Sina Schuldt/dpa
Berlin – Bei Gas- und Ölheizungen soll bis 2040 die Nutzung von mindestens 60 Prozent klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan oder synthetischer Treibstoff vorgeschrieben werden. Dies geht aus dem Entwurf zur Reform des sogenannten Heizungsgesetzes aus dem Haus von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hervor.
Die Koalition will das Heizungsgesetz der Ampelkoalition ersetzen. Hauptpunkt ist die Abkehr von der Vorgabe, dass bei neuen Heizungen mindestens 65 Prozent Erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen. Um dennoch den Übergang zum klimafreundlichen Heizen zu schaffen, soll ein wachsender Anteil der Brennstoffe nicht mehr fossil sein, sondern aus klimaneutralen Rohstoffen wie Biomethan oder Wasserstoff kommen. Das ist seit einigen Wochen bekannt. Neu im Referentenentwurf sind nun die genauen Stufen der Bio-Treppe: Ab Januar 2029 sollen mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden, ab Januar 2030 mindestens 15 Prozent, ab Januar 2035 mindestens 30 Prozent und ab Januar 2040 mindestens 60 Prozent. Die Klimaneutralität bis 2045 ist damit kein Ziel mehr. Unklar ist, ob diese Vorgabe vor dem Bundesverfassungsgericht bestehen kann.
Grüne Brennstoffe wie Wasserstoff oder Biomethan sind knapp und teuer. Union und SPD hatten sich deshalb bereits darauf geeinigt, dass Vermieter, die eine neue Öl- und Gasheizung einbauen, die Hälfte der Mehrkosten tragen müssen. Mit dem Bekanntwerden der Bio-Quote lassen sich jetzt die Kosten für Verbraucher schätzen. Das Fraunhofer ISE hatte bereits 2025 berechnet, dass die Gas-Kosten im Vergleich zu heute steigen würden: 2035 könnte ein Erdgas-Biomethan-Gemisch in heutigen Preisen 12,64 Cent pro Kilowattstunde kosten, 2040 schon 17,55 Cent. Zum Vergleich: Neue Gastarife werden aktuell ab 10 Cent angeboten. Eine entsprechende Wasserstoff-Beimischung würde 2035 schon 17,8 Cent kosten und 2040 noch 15,9 Cent.
Dabei haben die Forscher die Verbraucherpreise von 2025 herangezogen und die wahrscheinlich steigenden Kosten für Netzentgelte, CO2 und grüne Brennstoffe geschätzt. Die Inflations-Kosten sind nicht Teil der Rechnung. Die Wissenschaftler betonen, dass die Rechnung viele Unsicherheiten hat. Verbraucherschützer warnen dennoch unisono, dass die Kosten für Öl- und Gasheizungen künftig deutlich steigen werden.M. SCHNEIDER