Comeback der Rheinmetall-Aktie?

von Redaktion

Düsseldorf/München – Deutschlands größter Rüstungskonzern ist in die Produktion von Kamikaze-Drohnen eingestiegen. Firmenchef Armin Papperger sagte gestern bei der Hauptversammlung: „Mit diesem System gehen wir am Standort Neuss jetzt in die Serienproduktion.“ Dabei bezog er sich auf eine Drohne, die bis zu 70 Minuten in der Luft herumfliegen kann und sich spätestens dann auf ein Ziel stürzt, um zu explodieren.

Ein Rheinmetall-Sprecher sagte, dass man das Modell bereits an einem Standort in Braunschweig herstelle und kurz davor sei, diese Fertigung auf den Standort in Neuss bei Düsseldorf auszuweiten. Am Neusser Standort wurden früher Autoteile gefertigt, seine schwächelnde Sparte als Autozulieferer gibt Rheinmetall ab. Das Neusser Werk soll künftig für die Herstellung von Rüstungsgütern genutzt werden, etwa die Drohnen des Modells FV-014. Kürzlich hatte die Bundeswehr solche Flugkörper für 300 Millionen Euro bestellt. Die Drohnen haben den Angaben zufolge eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, ihr Gefechtskopf wiegt inklusive Zündvorrichtung rund vier Kilo.

Trotz der vollen Auftragsbücher war die Aktie von Rheinmetall in den vergangenen Monaten aber massiv unter Druck geraten. Nach einem steilen Kursanstieg im ersten Halbjahr 2025 und einem Allzeithoch von knapp 2000 Euro im Herbst 2025 haben die Papiere inzwischen wieder rund 40 Prozent ihres Wertes verloren.

Spekulative Anleger hoffen auf ein Comeback der Aktie: Auf der Internet-Plattform Reddit verweisen Nutzer auf den heutigen 13. Mai, der bei Profis als Ex-Dividende-Tag gilt („Ex-Tag“). Das heißt: Wer zum gestrigen Tag der Hauptversammlung eine Rheinmetall-Aktie besaß, hat Anspruch auf Dividende – und die fällt mit 11,50 Euro je Aktie für 2025 üppig aus. Am Folgetag, wenn die alten Dividendenansprüche nicht mehr gelten, fällt der Aktienkurs in der Regel. Ein Kaufsignal für Rheinmetall-Aktien?

Marktbeobachter sind skeptisch, auf den „Ex-Tag“ zu spekulieren, Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB Research sieht Rheinmetall aber aus anderen Gründen im Aufwind: Er rechnet mit positiven Geschäften in den kommenden Monaten. „Dann kommen die ganzen Orders rein, etwa für Panzer und Artillerie“, sagte er. Auch bewertet er positiv, dass Rheinmetall-Chef Papperger zuletzt Aktien des eigenen Unternehmens im Wert von über einer Million Euro gekauft hat. Wichtig sei aber der Nato-Gipfel im Juli in Ankara: Gehe von dort entgegen seiner Erwartung kein positives Signal für die Branche aus, könne die Aktie auch wieder unter Druck geraten.DPA/SH

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