München – Der Strombedarf von KI-Rechenzentren ist enorm – das hat im ersten Halbjahr die Geschäfte des Energietechnikkonzerns Siemens Energy befeuert: „Insbesondere die Nachfrage durch Rechenzentren hat für Rekorde beim Auftragseingang und damit auch dem Auftragsbestand gesorgt“, teilte Siemens Energy gestern in Berlin mit. Der Auftragseingang lag im zweiten Quartal bei 17,7 Milliarden Euro – 29,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Bestand kletterte auf 154 Milliarden Euro. Bei Siemens Energy endet das zweite Quartal traditionell Ende März. „Das Marktumfeld, in dem wir uns bewegen, bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten sehr positiv“, sagte Konzern-Chef Christian Bruch.
Insbesondere das Geschäft mit Stromleitungen und Netztechnik („Grid Technologies“) profitierte vom KI-Boom: Die Nachfrage im Bereich Rechenzentren führte zu Aufträgen im Wert von fast zwei Milliarden Euro, so das Unternehmen.
Das Geschäft mit Gasturbinen und Kraftwerkstechnik („Gas Services“) verzeichnete einen Rekord bei den Auftragseingängen – vor allem dank eines Nachfrageschubs aus den USA wegen der Rechenzentren.
Die einstige Krisensparte Gamesa mit dem Bau von Windrädern steht nach Angaben von Bruch kurz davor, wieder in die Gewinnzone zu rutschen. Der Verlust war im zweiten Quartal mit 39 Millionen Euro vergleichsweise gering – ein Jahr zuvor hatte Gamesa noch einen Verlust von 510 Millionen Euro ausgewiesen. Bruch rechnet damit, dass Gamesa noch im laufenden Geschäftsjahr wieder Gewinne erwirtschaftet.
Bereits Ende April hatte der Dax-Konzern einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro für das zweite Quartal gemeldet – nach 615 Millionen Euro im Vorjahr. In den vergangenen Monaten war Siemens Energy zum Börsenliebling im Dax aufgestiegen: Seit der Krise im Jahr 2023 hat der Aktienkurs um mehr als 2500 Prozent zugelegt.SH