Mercedes-Chef Ola Källenius sieht Chancen in der Rüstung. © Bernd Weißbrod, dpa
Stuttgart – Nach Volkswagen erwägt auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Konzernchef Ola Källenius sagte dem „Wall Street Journal“, die Welt sei unvorhersehbarer geworden. Er denke daher, dass Europa sein „Verteidigungsprofil“ erweitern müsse. „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, sind wir bereit dazu.“
Källenius verwies darauf, dass Autobauer „außerordentlich gut“ darin seien, „Präzisionsmaschinen in hoher Qualität“ herzustellen. Im Vergleich zur Autoproduktion werde der Rüstungsbereich in Zukunft eher einen kleineren Teil der Aktivitäten seines Unternehmens ausmachen. „Es könnte eine wachsende Nische sein, die zu unserem Konzernergebnis beiträgt.“
Mit modifizierbaren Fahrzeugen für Sicherheits- und Verteidigungseinsätze stärke Mercedes „seit Jahrzehnten die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Europas und der Nato“, erklärte das Unternehmen weiter. So sind Varianten des Geländewagen-Modells G-Klasse weltweit als Militärfahrzeuge im Einsatz. Seit vielen Jahren würden „auch Fahrgestelle an spezialisierte Unternehmen“ geliefert, „die diese in eigener Verantwortung und unter eigener Marke für militärische Anwendungen ausbauen und vermarkten“.
Auch Volkswagen ist nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume in Kontakt mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. So könnte der VW-Standort Osnabrück entsprechend umgerüstet werden. Dabei könnte es etwa um eine Zusammenarbeit im Bereich der Raketenabwehr gehen, sagte Blume im März. Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ rückt eine Übernahme des VW-Werks in Osnabrück durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael näher. Demnach wollen die Israelis dort Teile für das Flugabwehrsystem Iron Dome als Bestandteil der europäischen Flugabwehr herstellen.AFP