Besuch in Allach: Markus Söder im April bei KNDS. © AFP
München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder drängt den Bund zu einem zeitnahen Einstieg beim deutsch-französischen Waffenhersteller KNDS, der auch in München-Allach Panzer produziert. Berlin solle sich „mit 30 plus x“ Prozent an dem an die Börse strebenden Konzern beteiligen, schlug Söder vor. Ein Einstieg sei „eigentlich auch Konsens in Berlin“, es hake aber an Formalitäten.
„Es kann nicht sein, dass am Ende die gesamte Kompetenz und damit auch wahnsinnig viele Arbeitsplätze nicht nur aus Bayern, sondern aus ganz Deutschland vielleicht Richtung Frankreich wandern“, warnte er nach der gestrigen Kabinettssitzung. Er habe deshalb bereits per „Brief, SMS“ und über „direkte Intervention“ auf die Beteiligten in Berlin eingewirkt, führte Söder aus, der auch Chef der CSU ist.
Zudem brauche es eine „baldige, rasche Entscheidung“, wie es mit dem geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeug weitergehe. „Sollte es mit Frankreich nicht klappen“, müsse auch über andere Partner nachgedacht werden. Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögert das Projekt seit Monaten.
Darüber hinaus regte Söder an, dass bayerische Mittelstreckenraketen die womöglich wegfallenden US-Tomahawk-Flugkörper ersetzen könnten. Das sei zwar „über Nacht nicht möglich“ und es gebe weiter die Hoffnung, dass die amerikanischen Lieferungen stattfinden. Falls aber nicht, könne er sich „aus den Taurus-Kompetenzen“ auch „ein eigenes Mittelstreckenkonsortium mit bayerischen Unternehmen“ vorstellen, um Ersatz zu schaffen.
Insgesamt hofft Söder auf einen deutlichen Ausbau der Bundeswehr im Freistaat und bot zudem an, in Bayern „ein Satellitenkompetenzzentrum für die Satelliten- und Weltraumabwehr der Bundeswehr zu etablieren“. Man wolle „um die 20 Prozent Anteil an dem Aufwuchs, der national stattfindet“ und werde dafür die „planerischen Kapazitäten verdreifachen“.HOR