München/Speyer – Zum ersten Mal seit 2020 erhöht der ADAC die Jahresbeiträge für seine 22,7 Millionen Mitglieder. Je nach Mitgliedschaft sollen die Beiträge für Einzelmitglieder zum 1. Januar 2027 um zwischen 10 Euro und 35 Euro im Jahr steigen, beschlossen die Delegierten auf der Hauptversammlung in Speyer. Dafür soll es keine Abstriche an Leistungsfähigkeit und Qualität geben, versprach ADAC-Präsident Christian Reinicke.
Grund für die Anhebung seien höhere Kosten für Energie, Personal, Ersatzteile sowie Abschlepp- und Werkstattleistungen, erklärte der Autoclub. „Für eine einzelne Pannenhilfe muss der ADAC inzwischen im Durchschnitt sogar 27 Prozent mehr ausgeben.“ Das Geschäftsjahr 2025 sei deshalb mit einem Verlust von 17 Millionen Euro abgeschlossen worden. Seit der letzten Erhöhung 2020 seien die Lebenshaltungskosten um 24,4 Prozent gestiegen.
Konkret steigt der Preis für den Basistarif des Verkehrsclubs von 54 auf 64 Euro, der Plustarif verteuert sich von 94 auf 114 Euro und der Premiumtarif kostet statt 139 nun 174 Euro. Das entspricht einer Preisanhebung zwischen 18,5 Prozent (Basistarif) und 25,2 Prozent (Premiumtarif). Ähnlich hoch sind die Anhebungen in den rabattierten Tarifen, die zum Beispiel Schwerbehinderte und Auszubildende bekommen. Hier legt der Basistarif von 41 auf 48 Euro und der Premiumtarif von 126 auf 158 Euro. „Young Driver“ unter 23 Jahren zahlen statt 29 nun 34 Euro.
In Speyer wählte die Hauptversammlung Peter König zum neuen Verkehrspräsidenten – eine wichtige Personalie im Club. König stammt aus dem ADAC-Regionalclub Mittelrhein. Er ist Professor für Fahrzeug- und Verkehrssicherheit an der Hochschule Trier, war lange in der Autoindustrie tätig und ist laut eigenen Angaben Oldtimerfan. König folgt auf Gerhard Hillebrand, der im Januar zurücktrat. Hillebrand hatte in einem Interview gesagt, der ADAC halte den CO2-Preis auf Sprit für „ein richtiges Instrument, um die Klimaziele zu erreichen“. Kritiker deuteten Hillebrands Aussage als Aufforderung zur Erhöhung der Spritpreise, vor allem die „Bild“ wetterte gegen ihn und 60.000 Mitglieder traten in dieser Zeit aus dem ADAC aus.HÖSS/DPA