Berlin – Die Gruppe Superreicher ist in Deutschland 2025 sprunghaft um fast 30 Prozent gewachsen. 5000 Menschen besitzen ein Viertel des gesamten Finanzvermögens. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.
Nach Berechnung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) ist die Zahl derjenigen in Deutschland, die mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro) besitzen, 2025 um rund 1100 gestiegen – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.
Den Superreichen gehören 27,3 Prozent des gesamten Finanzvermögens von 12,4 Billionen Dollar in Deutschland, schreibt die BCG in ihrem 26. „Global Wealth Report“. Das sind knapp 3,4 Billionen Dollar oder rund 2,9 Billionen Euro zum aktuellen Wechselkurs. Dabei profitierten die Superreichen vor allem von Aktiengewinnen.
„Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu – wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren“, sagte Michael Kahlich, Co-Autor der Studie. „Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell.“ Bis 2030 werde der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen auf 29 Prozent steigen.
Den 5000 Superreichen gegenüber stehen rund 66 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Finanzbesitz von unter 250.000 Dollar. Dieser großen Mehrheit gehört gut ein Drittel (35,9 Prozent) des Finanzvermögens.
„Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger. Einlagen und Bargeld dominieren weiterhin die Vermögensstruktur privater Haushalte“, sagt BCG-Partner Kahlich. Die schwächelnde Wirtschaft, die alternde Bevölkerung und die relativ schwache Aktienkultur dämpften den Vermögensaufbau. Der Wohlstand in Deutschland werde daher langsamer wachsen als im globalen Schnitt.