In der ehemaligen Kohleregion Lausitz recycelt BASF seit Juni 2025 Autobatterien. Nebenan steht eine Fabrik für Batterie-Rohstoffe. © BASF
München – 2025 war jeder vierte Neuwagen weltweit ein E-Auto. Damit kommt eine Herausforderung: Bis 2040 könnten global rund 14 Millionen Fahrzeugbatterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Zudem werden die meisten Akkus heute in Asien gefertigt. Um diesen drohenden Berg an Altbatterien in eine wertvolle Rohstoffquelle zu verwandeln, setzt die Industrie auf Innovationen im Recycling. Eine Studie des in München ansässigen Europäischen Patentamts (EPA) und der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigt: Trotz asiatischer Dominanz haben deutsche Firmen eine starke Position.
■ Patente wachsen rasant
Laut der Untersuchung wuchsen die internationalen Patentfamilien (IPFs) für das Recycling und die Wiederverwendung von Batterien zwischen 2017 und 2023 jährlich um durchschnittlich 42 Prozent. Damit entwickelt sich dieser Bereich fast dreimal so dynamisch wie die Herstellung von Batterien insgesamt (16 Prozent). „Innovative Technologien für eine Batterie-Kreislaufwirtschaft sind der Schlüssel zu mehr Ressourcensicherheit und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt EPA-Präsident António Campinos.
■ Deutschland stark
Während asiatische Akteure aus China, Japan und Südkorea mit 63 Prozent der weltweiten Patentanmeldungen den Markt dominieren, hat sich Europa mit 20 Prozent Anteil mehr auf hochspezialisierte Verfahren konzentriert. „Deutschland nimmt dabei mit seiner dynamischen Unternehmenslandschaft und der engen Vernetzung von Start-ups und Hochschulen eine zentrale Rolle ein“, so ein Sprecher des EPA. „Ein gutes Beispiel dafür ist Cylib, ein Spin-off der RWTH Aachen, das derzeit eine der größten Recyclinganlagen Europas für Batterien aus Elektrofahrzeugen aufbaut.“ Die Anlage wird in Dormagen nördlich von Köln entwickelt und hatte sich im Dezember eine Förderung von 63 Millionen Euro gesichert. Am Rhein sollen jedes Jahr 60.000 Tonnen Batterien verarbeitet werden – das entspreche 140.000 E-Autos. Mit Unternehmen wie BASF, Robert Bosch und dem Spezialisten Duesenfeld führt die Bundesrepublik die Top 10 der europäischen Patentanmelder im Bereich der Kreislaufwirtschaft an. BASF ist sogar auf Platz 6 der weltweit aktivsten Patentanmelder.
■ 90 Prozent Ausbeute
Am BASF-Standort Schwarzheide in der Lausitz steht nach eigenen Angaben Europas „erste vollautomatisierte Großserienproduktionsanlage für Kathodenmaterialien“. Gemeint sind Batterie-Rohstoffe wie die kritischen Materialien Lithium, Nickel und Kobalt. Im Juni 2025 wurde die Fabrik um eine Batterie-Recycling-Anlage ergänzt. Jedes Jahr können hier 15.000 Tonnen Batterien recycelt werden.
„Die Metalle Nickel, Kobalt und Kupfer werden mit sehr hohen Recyclingquoten von oft über 90 Prozent zurückgewonnen, Lithium zu über 80 Prozent“, erklärt eine BASF-Sprecherin. „Ein kleiner Anteil – etwa der Elektrolyt, Fluor oder Teile des Aluminiums – wird derzeit in der Regel nicht recycelt.“ Denn der Elektrolyt etwa bestehe überwiegend aus Kohlenstoff- und Wasserstoffverbindungen, „die keine knappen Rohstoffe darstellen“. Das Recycling lohnt sich nicht. Ein Teil der gewonnenen Ressourcen gehe direkt in neue Akkus: „Aus einer Batterie kann grundsätzlich wieder eine neue Batterie werden“, so die BASF-Sprecherin, „insbesondere bei den zentralen Batteriemetallen wie Nickel, Kobalt und Lithium.“