„Wer jetzt arbeitslos ist, hat es schwer“

von Redaktion

München/Nürnberg – Am Arbeitsmarkt lässt die Trendwende auf sich warten. Zwar gibt es in Bayern und dem Bund einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit, das hat aber eher saisonale Gründe. „Die Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. Der Rückgang sei möglicherweise mehr auf einen schwachen April als auf einen starken Mai zurückzuführen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai im Vergleich zum Vormonat um 58.000 auf 2,95 Millionen gesunken und unterschreitet damit wieder die Marke von drei Millionen. Die Zahl ist jedoch um 31.000 Arbeitslose höher als im Mai 2025, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg in ihrer Mai-Statistik mit. Die Arbeitslosenquote betrug im Mai 6,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im April, aber 0,1 Punkte höher als im Mai 2025.

Obwohl die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich steigt, ist auch die Zahl der offenen Stellen größer geworden. Bei der Bundesagentur waren im Mai 643.000 offene Arbeitsplätze gemeldet. Das sind 8000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitskräftenachfrage habe sich auf relativ niedrigem Niveau stabilisiert.

Die Arbeitslosigkeit im Freistaat ist im Mai leicht zurückgegangen. 313.557 Menschen waren arbeitslos gemeldet, das sind 9190 weniger als im April. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg weiter mitteilte, lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 4,0 Prozent, im April waren es 4,1 Prozent. Im Mai 2025 waren 7178 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Zahl der Arbeitslosen sei „saisonal üblich“ zurückgegangen, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. „Von einer Erholung am Arbeitsmarkt können wir jedoch noch nicht sprechen.“ Wer arbeitslos sei, habe es in der momentanen wirtschaftlichen Lage schwer, wieder in Arbeit zu kommen. Arbeitgeber seien weiterhin zurückhaltend bei Neueinstellungen. Für die Statistik griff die Behörde auf Daten bis zum 12. Mai zurück.

Die Unternehmen seien weiterhin verunsichert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. Der Verband erneuerte seine Forderungen nach umfassenden Reformen. Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, verwies indes auf den wachsenden Druck auf die Beschäftigten. Gerade in dieser Situation brauche es Stabilität, Sicherheit und Investitionen – nicht den Abbau sozialer Sicherungssysteme.

Artikel 5 von 6