Paris – Rheinmetall hat auf der Messe Eurosatory Neuigkeiten verkündet: Zur Abwehr von feindlichen Flugkörpern arbeitet Deutschlands größte Waffenschmiede künftig eng mit einem südkoreanischen Rüstungsunternehmen zusammen. Rheinmetall wolle ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Firma LIG Defence & Aerospace und daran die Mehrheit halten. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen bündele man Stärken und wolle in Europa gemeinsam forschen und entwickeln, werben und verkaufen sowie produzieren, sagte LIG-D&A-Chef Ickhyun Shin.
Das Joint Venture soll Lenkflugkörper bauen, um damit etwa Gleitbomben recht kostengünstig zu zerstören: So ein Flugkörper kostet einen Betrag im hohen fünfstelligen Euro-Bereich und damit weniger als größere Raketen, die mitunter mehr als eine Million Euro kosten und bislang eher notgedrungen zur Abwehr der Bomben genutzt werden. Gleitbomben sind konventionelle Bomben, die mit Flügeln nachgerüstet werden und nach dem Abwurf rund 200 Kilometer ins Ziel gleiten. Aktuell setzt Russland sie im Krieg gegen die Ukraine ein.
Insgesamt meldet der deutsche Rüstungsindustrie-Verband BDSV eine starke Präsenz deutscher Firmen auf der Eurosatory. „Wir sind mit rund 100 Unternehmen auf der Messe präsent – das zeigt, dass wir uns international präsentieren und vernetzen wollen, wobei wir auch an Kooperationen mit anderen internationalen Partnern interessiert sind“, sagte Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Die Eurosatory ist eine der größten Rüstungsmessen der Welt. Gut 2600 Aussteller aus 68 Staaten präsentieren dort von Montag bis Freitag ihre Panzer, Artilleriegeschütze, Munition, Drohnen und andere Rüstungsgüter.