Bund lehnt Unicredit-Angebot für Commerzbank ab

von Redaktion

Frankfurt – Der deutsche Staat hat der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit für die Commerzbank eine Absage erteilt. „Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, teilte die Finanzagentur des Bundes mit. Zugleich wandte sich der Bund, der als zweitgrößter Aktionär der Commerzbank rund zwölf Prozent der Anteile hält, erneut gegen eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Privatbank durch die Unicredit. Man lehne „das aggressive Vorgehen“ der Unicredit ab. „Die Commerzbank AG spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands“, hieß es. „Sie ist als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“

Die Unicredit hat Anfang Mai eine freiwillige Offerte für die Commerzbank vorgelegt und bietet eigene Aktien zum Tausch. Die Commerzbank wehrt sich vehement gegen die Übernahme, zuletzt ist der Streit in eine öffentliche Schlammschlacht ausgeartet. Am Dienstag fielen Aktien der Commerzbank allerdings erstmals unter den Preis des Übernahmeangebots der Unicredit, die statt Geld für jedes Commerzbank-Papier 0,485 eigene Unicredit-Anteile bietet. Damit würde sich das Unicredit-Angebot erstmals seit der Offerte für Commerzbank-Anleger auszahlen.DPA

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