Keine Einigung auf Sozialplan bei Zalando

von Redaktion

Zalando will ein Logistikzentrum schließen. © J. Kalaene, dpa

Die Verhandlungen über einen Sozialplan bei dem vor der Schließung stehenden Zalando-Logistikzentrum in Erfurt sind gescheitert. Der Betriebsrat brach die Gespräche am Samstag ab, da er keine weitere Verhandlungsgrundlage sah, wie das Management und der Betriebsrat mitteilten. Damit gehe das Verfahren nun – wie vorab vereinbart – in die Einigungsstelle unter einem neutralen Vorsitz. Der Betriebsrat erklärte, die Vorstellungen hätten zu weit auseinandergelegen. Die vom Arbeitgeber in Aussicht gestellte Summe reiche nicht aus, um die sozialen Nachteile bei dieser Standortgröße auszugleichen. Zalando habe seinen Sozialplan-Entwurf stets mit einem begrenzten Budget für den Standort Erfurt begründet.

Die Arbeitnehmervertretung warf dem Unternehmen vor, für Luxus-Marketing und Sport-Sponsoring das Geld mit vollen Händen auszugeben. „Für die Erfurter Belegschaft, die den Konzern über ein Jahrzehnt lang auf Mindestlohn-Basis überhaupt erst groß und reich gemacht hat, bleibt am Ende nur der finanzielle Absturz und drohende Altersarmut“, hieß es in einer Mitteilung des Betriebsrats. Mit scharfer Kritik an Zalando reagierte nach den gescheiterten Sozialplan-Verhandlungen auch die Linke-Landtagsfraktion. Die vom Konzern vorgelegten Vorschläge seien nicht annehmbar und eine Unverschämtheit, erklärte Fraktionschef Christian Schaft.

Der Sozialplan regelt den finanziellen Ausgleich für die Beschäftigten wie Abfindungen oder Prämien. Beim Interessenausgleich, der die organisatorischen Aspekte der geplanten Schließung wie Schichtplanungen regelt, wurden laut einem Firmensprecher bereits gute Ergebnisse erzielt. Bei Zalando in Erfurt geht es aktuell um rund 2000 Arbeitsplätze. Nach wochenlanger Funkstille hatten Management und Betriebsrat Ende Mai die Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Dem war ein Vergleich vorausgegangen, der vorsah, dass außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt wird. Da bis zum 20. Juni keine Einigung erzielt wurde, wird nun am kommenden Dienstag die Einigungsstelle unter Vorsitz eines ehemaligen Arbeitsrichters eingesetzt. Als Termin für die vorerst letzte Sitzung ist den Angaben nach der 9. Juli geplant. Der Dax-Konzern will das Logistikzentrum, mit dem er als Online-Modehändler groß geworden ist, im Herbst schließen. „Unser Ziel bleibt es, das Verfahren zeitnah abzuschließen und das geplante Schließungsdatum zum 30.09.2026 umzusetzen“, bekräftigte der Unternehmenssprecher.DPA

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