Baywa Bau- und Gartenmärkte insolvent

von Redaktion

Betrieb der 46 Standorte in Süddeutschland soll weitergehen

Die 46 Standorte sollen für Kunden vorerst geöffnet bleiben. Wie viele von ihnen überleben, ist unklar. © IMAGO/A. Fuessmann

Düsseldorf/Garching – „Sommer, Sonne, Grillzeit“ – auf der Webseite der Baywa Bau- und Gartenmärkte herrscht beste Sommerlaune. Bei den 1300 Mitarbeitern in den 46 Filialen in Bayern und Baden-Württemberg dürfte die Stimmung dagegen kühl sein: Gemeinsam mit der Muttergesellschaft Hellweg aus Nordrhein-Westfalen geht das Unternehmen in die Insolvenz in Eigenregie.

Das Management der Baywa Baumärkte, die unter anderem Standorte in Poing, Bad Tölz, Wolfratshausen, Murnau oder Simbach betreiben, muss in den kommenden Wochen ein Konzept aufstellen, wie die Firma wieder aus der Schieflage kommen und langfristig überleben kann. Parallel laufen nun Gespräche mit Banken und Gläubigern. Ob und wie viele der Niederlassungen überleben, ist derzeit offen. Während des Insolvenzverfahrens sollen die Geschäfte aber normal weiterlaufen. Die Kunden sollen möglichst wenig von den Problemen spüren.

Laut Pressemitteilung kämpft die Baumarktkette „mit den Auswirkungen einer zurückhaltenden Konsumnachfrage, weltweiten Krisenentwicklungen, sowie Belastungen entlang der Lieferketten“. Hinzu kommen gestiegene Miet- und Betriebskosten, etwa für Personal oder Energie. Das verschärfte die Lage im Unternehmen, das schon vor zwei Jahren ein Sanierungsgutachten von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellen lassen musste, um weiter an Kredite zu kommen.

Die Baywa-Filialen sind nicht die einzigen Baumärkte, die in Problemen stecken, auch Konkurrenten wie Hagebau oder Bauhaus haben Schwierigkeiten. Im Boom während der Corona-Pandemie hatten viele Ketten ihre Flächen ausgebaut, weil die Deutschen sich während der Lockdowns verstärkt Heim und Garten gewidmet hatten. Seit einiger Zeit flaut die Heimwerker-Euphorie aber ab und die Bundesbürger sparen wegen der Konjunkturflaute, gleichzeitig steckt die Bauindustrie in einer tiefen Krise.

Die Baywa Bau- und Gartenmärkte wurden schon 2012 samt der Namensrechte mehrheitlich von der Baywa AG verkauft. Dem neuen Besitzer, der insolventen Muttergesellschaft Hellweg, gehören 85 Prozent des Unternehmens. Die ebenfalls angeschlagene Baywa AG besitzt nur noch 15 Prozent, hat diesen Anteil aber bereits 2024 als wertlos abgeschrieben.HÖSS

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