Acht neue Hubschrauber für Bayerns Polizei. Zur Übergabe kamen (von links) Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder nach Donauwörth zum Hubschrauberproduzenten Airbus Helicopters. Sie plauderten mit den Polizeipiloten Benjamin Mayer und Vanessa Lutz. © Stefan Puchner/dpa
Donauwörth – Bayerns Polizei fliegt mit einer neuen Polizeihubschrauberstaffel allen anderen Sicherheitskräften technologisch davon. Gestern übergab Stefan Thomé, Deutschland-Chef von Airbus Helicopters, mit Edelweiß 1 den letzten der acht neuen Hubschrauber. „Den modernsten und leistungsfähigsten Polizeihubschrauber weltweit“, wie Innenminister Joachim Herrmann lobte. Er betonte auch die konstruktive und sehr intensive Zusammenarbeit.
Die acht Hubschrauber, die zusammen 145 Millionen Euro kosten, basieren auf dem H145, dem größeren der beiden Erfolgsmodelle aus Donauwörth. Doch nicht die bewährte Hardware von Airbus Helicopters ist das Entscheidende, sondern die Ausstattung: „Das neue Kamerasystem liefert in herausragender Qualität präzise Lagebilder für die Einsatzkräfte am Boden“, so Herrmann.
Dazu kommen modernste Kommunikationstechnik und Missionssoftware. Außerdem kann der neue Hubschrauber nicht nur vier, sondern acht Einsatzkräfte transportieren und absetzen. Eine Verbesserung hat sich bereits besonders bewährt: Die Löschwasserbehälter können bis zu 800 Liter Wasser fassen. Der bisherige, kleinere EC 135 schleppte nur 500 Liter.
Die erste Feuertaufe haben die bisher ausgelieferten H145 bereits bestanden: Sie waren beim Waldbrand am Saurüsselkopf im Einsatz. Die Wärmebildkameras spürten Glutnester auf, sodass diese unschädlich gemacht werden konnten. Einsatzkräfte wurden per Rettungswinde verlegt und evakuiert. Insgesamt werden die neuen Hubschrauber „die Sicherheit deutlich erhöhen“, versprach Ministerpräsident Markus Söder, der sich diesmal vom Cockpit fernhielt. Auch mitfliegen sei „kein Vergnügen“, sagte er aus Erfahrung. Schon wegen der unvermeidlichen Lautstärke der Drehflügler.
Erstmals im kommerziellen Einsatz ist in den neuen Polizeihubschraubern die KI-gestützte Software des Neubiberger Unternehmens Hattec, die eigentlich dazu entwickelt wurde, um militärischen Einsatzverbänden aus einzelnen Puzzle-Teilen ein umfassendes Lagebild zur Verfügung zu stellen. Nun also ist die Polizei damit ausgestattet. „Wenn die bayerische Hubschrauberstaffel ausrückt, ist unsere Software immer dabei“, freut sich Yannick Brand, einer der beiden Gründer des jungen Unternehmens. „Ein cooles Gefühl.“
Und Fabian Schmitt, der zweite Gründer, denkt schon an Möglichkeiten, die noch gar nicht umgesetzt sind. „Wie in einem App-Store lässt sich die Software um weitere Funktionen erweitern“, sagt er. So könne die Hubschrauber-Besatzung per KI begleitende Drohnen steuern. Dies sei die Zukunft, „auch in Bereichen wie Polizei und Bergrettung“.
Noch kann Bayern stolz auf eine exklusive Vorreiterrolle sein. Die allerdings wird nur von kurzer Dauer sein. Auch Sachsen will seine Polizei technologisch aufrüsten. Und andere haben Interesse angemeldet. Eines kann man dem Freistaat aber nicht nehmen. Die Jobs, die damit verbunden sind, bleiben bayrisch. In Donauwörth, aber auch in den Luftfahrtstandorten in und um München.