Mercedes zählt zu den wertvollsten Marken weltweit. Dieser Tage feiert das damalige Unternehmen Daimler-Benz sein 100. Gründungsjubiläum (im Bild der Messestand auf dem Genfer Autosalon im Jahr 1926). Damals fusionierten die von Carl Benz und Gottlieb Daimler gegründeten Unternehmen. Heute spürt auch der Stuttgarter Luxuskonzern die tiefgreifende Branchenkrise. © Foto: Mercedes
Stuttgart – Der Autobauer Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs. Die Beschäftigten in Deutschland wurden in einem Schreiben des Vorstands über entsprechende Pläne informiert. Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiter erhalten als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben. Bei der Sonderzahlung handelt es sich um den jährlichen „Transformationsbaustein“. Dieser beträgt 18,4 Prozent vom regelmäßigen individuellen Monatsentgelt.
Der Vorstand der Stuttgarter nannte in dem Schreiben „drei massive Herausforderungen“. Neben weltweiten Einschränkungen beim Freihandel und dem chinesischen Markt habe der Standort Deutschland stark an Wettbewerbsfähigkeit verloren, hieß es darin. Deshalb müsse Mercedes handeln. „Wir werden bei Mercedes-Benz Prozesse radikal beschleunigen und gewachsene Strukturen verschlanken“, hieß es weiter. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. „Der direkteste und in unseren Augen fairste Weg: Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten“, so der Vorstand.
Der Gesamtbetriebsrat bezeichnete die Verschiebung der Sonderzahlung als „einseitige Entscheidung des Unternehmens“. Die Ursachen der aktuellen Herausforderungen lägen nicht bei den Beschäftigten, dennoch sollten jetzt erneut die Beschäftigten einen erheblichen Teil der Last tragen. Die angestoßene Debatte über längere Arbeitszeiten bei gleichem Entgelt sehe der Gesamtbetriebsrat kritisch, hieß es weiter. Gerade vor dem Hintergrund einer teilweise geringeren Auslastung an den deutschen Standorten sei das kein überzeugendes Zukunftskonzept.MM, DPA