VW-Aufseher: China-Modelle in Deutschland bauen

von Redaktion

Wolfsburg – Der kriselnde Autokonzern Volkswagen könnte nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies künftig auch in China entwickelte Konzernmodelle in Deutschland produzieren. Dadurch ließen sich die Werke besser auslasten und Stellen sichern, sagte der SPD-Politiker und VW-Aufsichtsrat. „Wenn wir Fahrzeuge, die wir bislang in China bauen, auch hier produzieren würden, könnten wir die Auslastung unserer Werke stabilisieren“, sagte Lies. „So holen wir auch die Chance auf neue Entwicklung und Innovation an die Standorte.

Derzeit bringe Volkswagen nicht genügend Fahrzeuge auf den Markt, um alle Werke optimal auszulasten. Gleichzeitig gebe es Modelle, die der Konzern mit Partnern in China entwickle und produziere. „Wir holen also unsere eigenen Fahrzeuge gemeinsam mit unseren Partnern in unsere Werke in Deutschland und produzieren hier“, sagte Lies.

Hintergrund der Überlegung ist die schwierige Lage der Autobranche. Der Markt gehe zurück, gleichzeitig steige der Konkurrenzdruck. Chinesische Autos kämen zunehmend auf den europäischen Markt, sagte Lies, betonte aber: „Ich bin nicht bereit zu sagen: Weil chinesische Hersteller auf den europäischen Markt kommen und uns Marktanteile abnehmen, müssen wir weitere Arbeitsplätze abbauen oder Standorte schließen.“ Die Frage sei, ob man nur Zuschauer sein oder das Spiel weiter aktiv mitbestimmen wolle.

Das „Manager Magazin“ hatte zuvor berichtet, der VW-Konzern wolle seinen Sparkurs noch einmal deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung.

VW bestätigte, dass an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet werde. Dabei gehe es darum, das Unternehmen „effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale zu nutzen“. Details ließ ein Sprecher offen.DPA

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