Himolla: Mitarbeiter bekommen ihr Geld

von Redaktion

Taufkirchen – Die Geschäftsleitung der von der Insolvenz bedrohten Möbelfirma Himolla bittet ihre Mitarbeiter eindringlich darum, sich weder arbeitssuchend noch arbeitslos zu melden. Die Zahlung von Löhnen sei „bis zur Beitragsbemessungsgrenze“ sichergestellt, dafür nutze das Unternehmen für die Monate Juni, Juli und August „Insolvenzgeld als Sanierungsbeitrag aus Mitteln der Arbeitsagentur“. Mit Zustimmung der Behörde – und davon gehe man bei Himolla aus – könne auch das Urlaubsgeld ausgezahlt werden. Die Geschäftsführung wolle nun zusammen mit den Beteiligten in diesem Verfahren „die wirtschaftliche Gegenwart“ des Taufkirchner Traditionsunternehmens besprechen. „Dazu hinterfragen wir derzeit auch jeden Prozess in Bezug auf Profitabilität und Marktchancen“, heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter, das unserer Zeitung vorliegt.

Der Polstermöbelhersteller Himolla hatte Ende vergangener Woche am Amtsgericht Landshut ein Schutzschirmverfahren beantragt. Auf diesem Weg soll das Unternehmen, das in Taufkirchen 830 Mitarbeiter hat, in gerichtlichem Schutz saniert werden, um eine Insolvenz zu verhindern. Geschäftführer Manfred Ziegler, erläuterte im Gespräch mit der Zeitung, dass keine Kündigungen anstünden, das sei auch rechtlich gar nicht möglich. Grund für die Schieflage seien vor allem Auftrags- und Umsatzeinbrüche, die Ziegler auf das generell zurückhaltende Konsumverhalten in Deutschland zurückführt: „Das betrifft fast alle Branchen.“

Der Standort Taufkirchen, wo Himolla 1947 gegründet wurde, soll nach Zieglers Darstellung ebenso fortbestehen wie die Firma selbst, die insgesamt 2000 Menschen beschäftigt. Dass der Antrag auf das Schutzschirmverfahren ein positives Signal für die Standortsicherung sei, glaubt auch Himolla-Betriebsratsvorsitzende Claudia Klobensteiner. Immerhin werde trotz der schwierigen Lage weiter investiert.KATHRIN KAPFER

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