Berlin – Eine Analyse des BKK Dachverbandes der Betriebskrankenkassen zu Krankschreibungen hat ergeben, dass nicht kurze Erkältungen, sondern lange schwere Krankheiten die großen Kostentreiber für gesetzliche Krankenversicherungen sind. „Es sind die langen, oft Muskel-Skelett und psychisch bedingten Ausfälle, die zum eigentlichen Kostentreiber werden“, sagte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
Die schwarz-rote Koalition hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen. Damit soll laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) der Krankenstand gesenkt werden.
Laut BKK zählt das Krankengeld, das erst ab dem 43. Krankheitstag gezahlt wird und damit vor allem Menschen mit langwierigen Erkrankungen betrifft, inzwischen mit 21,6 Milliarden Euro zu den größten Ausgabepositionen der gesetzlichen Krankenversicherung. 2025 entfielen demnach mehr als ein Viertel aller Fehltage auf den Bezug von Krankengeld für lange Erkrankungen. Die Krankengeldtage seien in den vergangenen zehn Jahren um 24,4 Prozent gestiegen. Haupttreiber seien langwierige psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden.DPA