China-Krise trifft deutsche Autobauer voll

von Redaktion

VW-Mitarbeiter protestierten am Donnerstag. © Woitas/dpa

Wolfsburg/München – Die Krise der deutschen Autohersteller verschärft sich, wie neue Absatzzahlen zeigen. BMW teilte am Freitag mit, dass im zweiten Quartal 4,9 Prozent weniger Autos verkauft wurden. Die Volkswagen-Tochter Audi meldete am gleichen Tag ein Absatzminus von 8,2 Prozent im zweiten Quartal. Im gesamten Volkswagen-Konzern fielen die Auslieferungen sogar um fast 9 Prozent auf nur noch knapp über zwei Millionen Fahrzeuge – mit einem besonders dicken Minus bei der Kernmarke VW in Höhe von 14 Prozent. Porsche hatte zuvor bereits einen Einbruch um 18 Prozent gemeldet.

Während sich das Geschäft mit E-Autos nun relativ gut entwickelt, schwächeln jetzt die Verkäufe in China. Im Volkswagen-Konzern brachen die Verkäufe in China insgesamt um mehr als ein Drittel auf nur noch 424.300 Fahrzeuge ein. Der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung habe sich VW nicht entziehen können – „trotz erster positiver Impulse unserer dort neu eingeführten, lokal entwickelten Elektrofahrzeuge“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. Vor allem Verbrenner sind in China wegen hoher Spritpreise derzeit kaum gefragt. Bei BMW sackten die Auslieferungen im wichtigen chinesischen Markt ebenfalls um 30 Prozent nach unten.

Die schlechten Zahlen platzen mitten in einen Streit um Sparprogramme und Arbeitsplatzabbau. Bei Mercedes protestierten die Mitarbeiter vor einer Woche gegen Pläne, die Arbeitszeit ohne Lohnplus von 35 auf 40 Wochenstunden anzuheben. Besonders hart sind die Auseinandersetzungen aber bei Volkswagen, wo laut Medienberichten konzernweit 100.000 Stellen abgebaut und vier deutsche Werke geschlossen werden sollen.

Begleitet von Protesten beriet der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns am Donnerstag über das VW-Sparpaket. VW-Chef Oliver Blume äußerte sich am Freitag nicht zu einzelnen Abstimmungen im Aufsichtsrat. Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sollen die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen im Kontrollgremium gegen das Paket gestimmt haben.

Trotz Ultimatum des Betriebsrats, endlich Klarheit für die Beschäftigten zu schaffen, konkretisierte Blume auch die Stellenabbau- und Werksschließungs-Pläne nicht. Er sprach von der „umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte“. Dabei soll etwa die Modellpalette um die Hälfte und die Zahl der Ausstattungsvarianten um drei Viertel schrumpfen, um VW wettbewerbsfähig zu machen. Zudem soll trotz Elektro-Offensive auch die Verbrenner-Palette des Konzerns modernisiert werden.HÖSS/DPA/AFP

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