LaVita erhält den Negativpreis dieses Jahr. © Foodwatch
Berlin – „100 Euro für einen Liter Fruchtsaft mit ein paar Vitaminen obendrauf“ – so beschreibt die Verbraucherorganisation Foodwatch den Gewinner des diesjährigen „Goldenen Windbeutels“. Der Negativpreis prämiert seit 2009 die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. Sieger in diesem Jahr: das Getränk LaVita. „Das Produkt steht beispielhaft für die Gesundheits-Abzocke auf dem Lebensmittelmarkt“, argumentiert Foodwatch.
39,2 Prozent der 66.000 Teilnehmer einer Onlineumfrage wählten LaVita zum unrühmlichen Sieger. „Fit fürs Leben“, schreibt LaVita auf seine 0,5-Liter-Flaschen, die 50 Euro kosten. Foodwatch kritisiert, das Produkt werde als „Mikronährstoffkonzentrat“ bezeichnet, bestehe aber hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat. Es handle sich um „Verbrauchertäuschung“ und Abzocke mit „irreführenden Gesundheitsversprechen“.
LaVita kann die Kritik nicht nachvollziehen. Für Flüssigkonzentrate mit Mikronährstoffen sei der Begriff Mikronährstoffkonzentrat branchenüblich. Aus Sicht der Verbraucher sei damit klar, was gemeint sei, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage unserer Zeitungsgruppe. Es handle sich um keine Werbelüge. Der Literpreis sei außerdem „kein geeigneter Maßstab für ein Konzentrat“. LaVita ist zum Verdünnen gedacht. „Niemand trinkt einen Liter LaVita auf einmal, dieser reicht für rund drei Monate.“ Aussagekräftiger wäre der „Portionspreis“, der bei einem Euro liege.
Nominiert für den „Goldenen Windbeutel“ 2026 waren fünf Produkte. Auf Platz zwei landete das Airfryer-Backpulver von Dr. Oetker. Das Spezialprodukt für die Heißluftfritteuse sei deutlich teurer als normales Backpulver – in seiner Wirkung aber identisch, meint Foodwatch. Auf Platz drei folgte der Matcha-Mango-Joghurt von Andechser. Obwohl prominent mit der Trendzutat Matcha geworben werde, befände sich im Glas nur 0,1 Prozent Grüntee-Pulver. 2025 hatte den Schmähpreis Milka bekommen. Gleiche Packung, weniger Inhalt, höherer Preis, lautete der Foodwatch-Vorwurf. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg kürte die Milka-Alpenmilchschokolade zur „Mogelpackung des Jahres“.A. SCHMID