ICE-Züge bekommen Konkurrenz durch Italo

von Redaktion

München/Bonn – Die Deutsche Bahn bekommt voraussichtlich auch im Fernverkehr mehr Konkurrenz. Die Bundesnetzagentur machte am Freitag den Weg frei für den Markteintritt des italienischen Bahnunternehmens Italo. Für den Fahrplan ab 2028 muss die Bahntochter DB InfraGo auf wichtigen Fernverkehrsstrecken Platz für Konkurrenten machen.

Italo will ab 2028 mit Siemens-Zügen auf den stark frequentierten und daher profitablen Strecken München-Köln-Dortmund und München-Berlin fahren. Für ihr 3,5-Milliarden-Investment forderten die Italiener eine Garantie, dass sie bestimmte Trassen mit festen Abfahrtszeiten erhalten. Das sagte die Bundesnetzagentur zwar nicht zu. Aber DB InfraGo wird nun verpflichtet, Trassen auf stark befahrenen Korridoren ab München und Frankfurt künftig nur noch zu maximal 60 bis 75 Prozent an ein einziges Unternehmen zu vergeben. Dann bleiben Trassen für Unternehmen wie Italo oder auch Flixtrain übrig. Im Vorfeld hatten die Gewerkschaft EVG und einzelne Bundesländer (auch Bayern) vor der Marktöffnung des Fernverkehrs gewarnt. Sie befürchten „Rosinenpickerei“ und beschrieben ein Szenario, in dem die DB als Reaktion auf die Konkurrenz und Einnahmeverluste mit ihren ICE-Zügen manche Großstädte wie Augsburg nicht mehr anfährt. Der Verband Mofair, der die Privatbahnen vertritt, warnte indes vor übergroßer Angst. Schließlich sei Italo mit geplanten 30 Zügen viel kleiner als die DB mit ihren 400 ICEs. Die Deutsche Bahn schließt rechtliche Schritte gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur nicht aus.DW

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