AliExpress muss 550 Millionen Euro zahlen

von Redaktion

Brüssel – Die EU verhängt eine Millionenstrafe gegen den Online-Marktplatz AliExpress wegen des Verkaufs illegaler Produkte. Der chinesische Online-Riese muss 550 Millionen Euro zahlen, unter anderem weil gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika widerrechtlich wochenlang nicht von der Plattform genommen wurden, wie die Europäische Kommission mitteilte. Das zum Alibaba-Konzern gehörende Unternehmen sagte zur Strafe: „Wir sind mit der heutigen Entscheidung und der unverhältnismäßigen Geldbuße nicht einverstanden.“ Diese spiegele die erheblichen, proaktiven Verbesserungen, die man vorgenommen habe, nicht angemessen wider. „Wir prüfen die Entscheidung sorgfältig und erwägen alle verfügbaren Optionen.“

Nach Ansicht der EU-Kommission hat das Unternehmen nicht genug getan, um die Verbraucher in der EU vor illegalen Produkten zu schützen. Dem Online-Riesen wird demnach auch vorgeworfen, nicht genug Personal für die Überprüfung potenziell illegaler Produkte zu haben. Zudem würden die rechtswidrigen Produkte sogar empfohlen oder beworben, bevor AliExpress sie von der Plattform entferne. Tests der Brüsseler Internetwächter hätten gezeigt, dass eine Vielzahl von gefälschten T-Shirts, Schuhen oder unsicherem Kinderspielzeug zirkulierten. Der Handelsverband Deutschland begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. „Wer europäische Regeln missachtet, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen.“

Neben dem Branchenriesen Amazon spielen Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress eine wachsende Rolle in Europa. Auf die Anbieter entfielen im zweiten Quartal 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze in Deutschland – ein Rekordwert. Beliebt sind sie vor allem wegen ihrer niedrigen Preise.

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