Der neue Campus der IT-Sparte Schwarz Digits in Bad Friedrichshall bei Heilbronn. © Bernd Weißbrod, dpa
Bad Friedrichshall – Die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe will kräftig wachsen. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagte Schwarz-Digits-Chef Christian Müller bei der Eröffnung des neuen Campus in Bad Friedrichshall bei Heilbronn. Müller führt die Sparte seit wenigen Tagen allein – sein langjähriger Co-Chef Rolf Schumann verließ das Unternehmen. Bekannt ist die Gruppe von Unternehmensgründer Dieter Schwarz für die Handelsketten Lidl und Kaufland.
Zahlen nannte Müller zwar nicht – gab sich aber zuversichtlich: „Wir werden sehr gute Umsatzzuwächse haben“. Man sehe ja, was in der Pipeline sei. Das Thema digitale Souveränität sei am Anfang belächelt worden. Heute sei es so, dass man Kundenprojekte priorisieren müsse, sagte Müller. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr machte Schwarz Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro – ein Wachstum von 16 Prozent. Digitale Souveränität bedeutet, dass Firmen und Staaten selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann – unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Tech-Konzernen. Schwarz will sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen. Das Unternehmen traut sich zu, zum „Hyperscaler“ zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Die Ambitionen der Schwarz-Gruppe zeigen sich auch auf dem neuen Campus. Vieles erinnert eher an Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley – und nicht an die IT-Sparte eines Lebensmittelhändlers. Die fünf kleeblattförmigen Gebäude sind terrassenartig angeordnet und bieten Platz für 5500 Beschäftigte.DPA