Walldorf – Lange war SAP das wertvollste Dax-Unternehmen. Doch der Wind hat sich gedreht. Inzwischen wurde der Softwarekonzern vom Münchner Technologiekonzern Siemens überholt. Mit dem Versicherer Allianz aus München liefert sich SAP ein Rennen um Platz zwei. Am 19. Februar 2025 erreichte die SAP-Aktie ihr Allzeithoch von rund 284 Euro. Zuletzt lag sie bei weniger als 140 Euro. Innerhalb von knapp eineinhalb Jahren hat sich der Aktienkurs also etwas mehr als halbiert – obwohl die Geschäfte eigentlich ganz gut laufen.
Der Grund für den Absturz: In der Branche machte zuletzt die „SaaS-Apokalypse“ die Runde. „Die Sorge ist, dass KI-Programme oder KI-Agenten selbstständig Aufgaben übernehmen können, wofür SAP und alle großen Softwarehersteller bisher Lizenzen verkaufen“, sagte Analyst Oliver Frey vom Bankhaus Metzler. Die Kunden bräuchten dann die ganzen Abos nicht mehr, das „klassische Pro-Nutzer-pro-Monat-Modell“ wäre ausgehebelt.
„Das KI-Damoklesschwert schwebt nicht nur über SAP, sondern über der ganzen Softwarebranche“, sagte LBBW-Analyst Mirko Maier. Für den deutlichen Kursrückgang sei das Thema KI der Hauptauslöser gewesen. SAP habe gerade den Wandel vom klassischen Lizenzverkäufer zum Cloud-Anbieter geschafft und dafür ein paar Jahre gebraucht. „Jetzt kommt das nächste Thema um die Ecke und da hat der Kapitalmarkt vielleicht durchaus seine Bedenken, wenn das jetzt wieder ein langjähriger Umstieg wird.“DPA