Wolfsburg – Angesichts eines erneuten Gewinneinbruchs dringt VW-Chef Blume auf eine Entscheidung zum geplanten Sparpaket bis Jahresende. Sein Ziel sei es, bis dahin Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte Blume im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende dort ein großes Stück weiter sind.“
Am Freitag hatte der Volkswagen-Konzern für das zweite Quartal einen weiteren Gewinnrückgang nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro gemeldet. Es war der zehnte Rückgang beim Quartalsgewinn in Folge. Zudem verabschiedet sich VW vom bisher angepeilten Umsatzplus. Er soll nun bestenfalls stabil bleiben. Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Auf dem wichtigen Markt China ging es sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge nach unten. Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und harte Konkurrenz sorgten für Gegenwind, sagte Blume.
VW plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Der Konzern soll insgesamt auf eine Produktion von neun Millionen Fahrzeugen jährlich getrimmt werden, rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Allein in Europa sollen noch einmal 500.000 Stück an Kapazität wegfallen. Die Zahl der Modelle soll um die Hälfte und die der verwendeten Komponenten um drei Viertel schrumpfen.
Bis 2030 sei ohnehin nicht mit Werksschließungen zu rechnen. Denn derzeit würden die dort gebauten Modelle gebraucht, betonte Blume.DPA