DHL fordert für schwere Pakete branchenweit zwei Zusteller

von Redaktion

Schwere Arbeit: Zusteller haben besonders oft Muskel- und Skeletterkrankungen. © Sebastian Gollnow/dpa

Bonn – DHL fordert schärfere gesetzliche Vorgaben für die Paketbranche: „Pakete, die schwerer sind als 23 Kilo, sollten nur noch von zwei Menschen zugestellt werden dürfen“, sagt Nikola Hagleitner, DHL-Vorständin für das deutsche Brief- und Paketgeschäft. Das sollte gesetzlich und für die ganze Branche verbindlich festgeschrieben werden. Hintergrund ist die Gesundheit der Träger. „Wenn nur ein Mensch zustellt, kann das schlecht für den Rücken sein“, erklärt Hagleitner. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland beziehe sich etwa jede dritte Krankmeldung auf Muskel- oder Skelettkrankheiten.

Die DHL-Konkurrenz wie Hermes, GLS und DPD ist dennoch von dem Vorschlag wenig begeistert. Sie argumentiert mit Personalmangel, einer schlechteren Umweltbilanz und möglichen längeren Transportzeiten bei der Zustellung. Der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wiederum geht der Vorstoß nicht weit genug.

Auf die Frage, warum DHL nicht selbst vorangehe und Pakete ab 23 Kilo nur noch mit zwei Leuten ausliefere, sagt die Managerin, dass dies DHL im Wettbewerb mit der Konkurrenz einen deutlichen Nachteil einbrächte, sollte die Konkurrenz sich keine solche Obergrenze auferlegen. Wenn DHL von seinen Firmenkunden eine Aufteilung auf zwei Pakete verlangen oder die Zwei-Mann-Zustellung die Pakete signifikant teurer machen würde, könnten Firmenkunden zur Konkurrenz wechseln. Von den DHL-Paketen wiegen lediglich 1,1 Prozent 23 bis 31,5 Kilo.DPA

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