Der Kanal von Cesenatico wurde von Leonardo da Vinci entworfen, die Ferienwohnung „Residence Andrea“ von Betrügern. © Imago
Cesenatico – Nach vielen Stunden Fahrt erreicht man endlich die Adresse der Ferienwohnung – und steht vor dem Büro einer Versicherung. Das ist diesen Sommer mindestens 120 Urlaubern in Cesenatico an der italienischen Adria-Küste passiert. Betrüger hatten mit geklauten Fotos die Unterkunft „Residence Andrea“ fingiert und auf einer Buchungs-Website angeboten. Das berichten mehrere Medien, gestern Vormittag warnte sogar Bayerns Justizminister Georg Eisenreich vor außergewöhnlich günstigen Angeboten.
Die Stadt und ihr Bürgermeister Matteo Gozzoli haben den Berichten zufolge reagiert: Sie stellten Unterkünfte, Duschen und Toiletten zur Verfügung. Das Inserat sei zwar inzwischen entfernt, doch die Behörden rechnen zum nächsten Bettenwechsel mit weiteren Opfern.
Die Wohnungen seien deutlich unter den saisonüblichen Preisen angeboten worden. Laut dem Softwarehaus Avira sind extrem gute Angebote grundsätzlich verdächtig. Wer Zweifel hat, sollte sich die Rezensionen anderer Nutzer durchlesen. Zudem macht es Sinn, die Fotos aus dem Inserat in die Bildersuche zu schicken (www.google.com/imghp?hl=de&ogbl). Tauchen die Fotos in den Profilen anderer Anbieter oder themenfremden Datenbanken auf, ist das Inserat möglicherweise gefälscht.
Um das zu umgehen, greifen Betrüger inzwischen gern zu KI-generierten Bildern. Deshalb lohnt sich laut Avira genau hinschauen: Wirken die Fotos zu glänzend, stimmt der Lichteinfall nicht oder wirken Schatten unnatürlich. Was zudem helfen kann: Sich die Adresse auf Google Street View besehen.MAS