Der Einkauf im Supermarkt hat sich diesen Monat nur leicht verteuert, haben die Statistiker errechnet. © Ute Grabowsky/IMAGO
München – Die stark gestiegenen Spritpreise haben den Anstieg der Verbraucherpreise im Juli deutlich beschleunigt. Die Inflationsrate lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. Im Juni hatte die Teuerung 2,3 Prozent betragen. „Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber“, erklärte die Präsidentin des Bundesamts, Ruth Brand.
Vor allem seien die Spritpreise deutlich gestiegen, „da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete“, fuhr Brand fort. Den Angaben nach waren Kraftstoffe im vergangenen Monat 23 Prozent teurer als im Vorjahresmonat Juli 2025. Damit stiegen die Spritpreise deutlich stärker an als im Juni und Mai dieses Jahres. Die Preise für Energieprodukte insgesamt verteuerten sich um 8,3 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte.
Auch leichtes Heizöl, das zur sogenannten Haushaltsenergie gezählt wird, verteuerte sich dem Bundesamt zufolge deutlich mit 34,7 Prozent. Dennoch verbilligte sich die Haushaltsenergie insgesamt um 1,4 Prozent. Strom war 5,3 Prozent günstiger, Erdgas einschließlich Betriebskosten 2,9 Prozent und Fernwärme 1,2 Prozent.
Zugleich haben die Mineralölkonzerne im Großhandel mit Diesel und Benzin nach Angaben von Greenpeace im Juli „Übergewinne“ in Rekordhöhe verbucht. Die Unternehmen hätten pro Tag 31,4 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen eingestrichen, erklärten die Umweltschützer. Sie kritisierten, dass die Spritpreise deutlich stärker gestiegen seien als die zugrundeliegenden Rohölpreise. Allein im Juli seien die zusätzlichen Gewinne der Unternehmen so „auf die neue Höchstmarke von 976 Millionen Euro“ geklettert.
Mehrere Ölkonzerne hatten in den vergangenen Wochen massive Gewinnsteigerungen gemeldet. „Die Preissituation lässt nur den Schluss zu, dass es der deutschen Mineralölwirtschaft gelungen ist, ihre Gewinnmargen massiv auszuweiten“, erklärten die Umweltschützer.
Ohne die Berücksichtigung von Energie lag die Inflationsrate laut Bundesamt bei 2,2 Prozent. Ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug sie demnach 1,9 Prozent. Die Nahrungsmittelpreise stiegen vergleichsweise wenig an: Sie lagen im Juli um 0,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Von Juni auf Juli verteuerten sich die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent, wie das Bundesamt erklärte. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts am 30. Juni stiegen die Kraftstoffpreise „sprunghaft“ um 11,2 Prozent.