In und um München gibt es relativ viele energieeffiziente Wohnungen. Die Aufschläge dafür sind hoch. © Imago/Westend
München – Je teurer Energie wird, desto mehr achten Käufer von Immobilien darauf, dass das Haus gut gedämmt und der Energieverbrauch gering ist. Das schlägt sich zunehmend in den Preisen nieder. In München zum Beispiel liegt der Preisunterschied zwischen Wohnungen mit sehr guter bis guter Energieeffizienz gegenüber solchen mit unterdurchschnittlichen bis schlechten Werten im Schnitt bei 1720 Euro – pro Quadratmeter. Für die Studie hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland untersucht. Der so entstandene Wohnatlas zeigt, dass es vor allem in den Metropolen einen großen Anteil an Wohnungen mit hoher Energieffizenz gibt, hier aber der Aufschlag für solche Immobilien auch besonders hoch ist (siehe Tabelle).
Höchster Aufschlag im Kreis Miesbach
Aber auch außerhalb großer Städte können gute Dämmung und vernünftige Heizung teuer werden. Im Landkreis Miesbach müssen Käufer sogar den bundesweiten Höchstaufschlag von 3133 Euro je Quadratmeter bezahlen. Auch in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen (2239 Euro), Landsberg am Lech (1771 Euro) und Erding (1677 Euro) sind energieeffiziente Eigentumswohnungen besonders teuer im Vergleich zu solchen mit weniger guten Werten.
Viele Angebote in Erding und Ebersberg
Besonders viele Eigentumswohnungen mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz gibt es zum Beispiel in den Landkreisen Erding und Ebersberg mit jeweils gut 51 Prozent der Angebote.
„Energieeffiziente Gebäude sind stabiler im Wert und schützen vor den Folgen künftiger Sanierungspflichten“, sagt Manuel Beermann, Leiter des Immobiliengeschäfts der Postbank. „In Regionen, wo die Preisaufschläge sehr hoch sind, kann sich die Sanierung einer älteren oder weniger effizienten Immobilie lohnen.“ Ob der gesparte Aufpreis durch die Sanierungskosten aufgefressen wird, entscheiden im Einzelfall mehrere Faktoren, wie Beermann erklärt. Beispielsweise spielten die Höhe der Rücklagen und das Alter der Heizungsanlagen eine Rolle. Neben dem Sanierungsbedarf sei auch die Anzahl der Wohneinheiten in der Immobilie von Bedeutung, denn energetische Maßnahmen beträfen die Eigentümergemeinschaft. So koste die Dachdämmung in einem Vier-Parteien-Haus oft genauso viel wie in einem Gebäude mit 20 Wohnungen, wo sich der Aufwand auf mehrere Schultern verteilen lasse.
Zwar werde Energieeffizienz zu einem immer wichtigeren Kriterium beim Immobilienkauf, sie sollte nicht das einzige sein. „In einigen Regionen sei schlicht das Angebot solcher Wohnungen sehr gering. „Oder die Lage und Ausstattung hat Nachteile oder passt nicht zu den persönlichen Anforderungen“, so der Postbank-Experte. „Eine schöne Eigentumswohnung in zentraler Altstadtlage wird ihren Wert halten oder steigern. Ein sehr energieeffizientes Objekt in Randlage oder einer weniger ansprechenden Umgebung wird trotz zusätzlicher Investitionen nicht zur Topimmobilie“, sagt Beermann.COM