Gates: KI braucht ein Regelwerk

von Redaktion

Microsoft-Legende Bill Gates sieht enorme Chancen in Künstlicher Intelligenz, aber auch enorme Risiken. © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

New York – Künstliche Intelligenz (KI) kann die Welt dramatisch verändern: zum Guten und zum Schlechten. Microsoft-Gründer Bill Gates fordert daher ein global gültiges Regelwerk für diese Technologie. Es gelte nun, das Gute, das die KI bringen könne, zu befördern – ja, sogar zu beschleunigen – und das Schlechte zu stoppen oder zumindest zu verzögern. Dass die KI Umbrüche auslösen wird, stehe außer Frage.

Niemand habe bisher einen Plan, wie sich die Gefahren der Technologie eindämmen ließen, schrieb Gates in einem fast 6000 Wörter langen Essay, das auf seinem Blog veröffentlicht wurde. Er forderte, bestimmte Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren – selbst wenn KI die Aufgaben deutlich schneller erledigen könne. Künstliche Intelligenz und Roboter seien mit Steuern zu belegen, damit ihr Kostenvorteil gegenüber Menschen sinkt.

„Wenn Sie als Arbeitgeber jemanden einstellen, zahlen Sie Lohnsteuer auf dessen Einkommen. Kaufen Sie hingegen einen Roboter, können Sie ihn in der Regel sofort als Geschäftsausgabe abschreiben“, schrieb Gates. „Das Steuersystem drängt Sie geradezu dazu, Menschen durch Maschinen zu ersetzen.“

Der Unternehmer und Philanthrop: „KI wird entweder der größte Gleichmacher sein, der je erfunden wurde, oder die schlimmste Quelle von Ungerechtigkeit.“ Eindringlich warnte der 70-jährige Gates vor der Vernichtung von Arbeitsplätzen. Junge Menschen hätten künftig kaum noch Chancen, eine Stelle zu finden.

Gates, der heute eine nach ihm benannte wohltätige Stiftung leitet, betonte jedoch auch die immensen Chancen, die Künstliche Intelligenz zum Beispiel in Hinblick auf medizinischen Fortschritt und die Verbesserung von Lebensbedingungen leisten kann.

„Künstliche Intelligenz wird Innovationen vorantreiben und zur Bewältigung der weltweit größten technischen Herausforderungen beitragen: die Versorgung aller Menschen mit zuverlässiger, sauberer Energie, die Eindämmung des Klimawandels, die ausreichende Produktion von Lebensmitteln, die Bekämpfung von Krankheiten, die Verbesserung der Bildung und vieles mehr“, schreibt Gates in seinem Beitrag.

Auf nationaler Ebene müsse eine Art Zentralbehörde ressortübergreifend die Einführung der neuen Technologie steuern. Und für die Weltgemeinschaft brauche es eine ähnlich funktionierende Einrichtung, basierend auf Normen, die die Mitglieder festgelegt haben. Gates vergleicht das mit den international vereinbarten Regeln für den Flugverkehr.

Der KI-Industrie kann man diese Fragen aus Gates‘ Sicht nicht überlassen, sondern es brauche einen demokratischen, gesamtgesellschaftlichen Prozess. Wenn der Übergang gut bewältigt werde, würden die positiven Aspekte die negativen „bei Weitem überwiegen“, schreibt Gates.

Gates gehört zu einer wachsenden Zahl von Unternehmern, die vor den Risiken von KI warnen. US-Präsident Donald Trump will die Technologie dagegen weitgehend unreguliert lassen, um die Konkurrenz aus China auszustechen.

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