Lidl: Milliarden für neues Rechenzentrum

von Redaktion

Die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) will bis zum Jahr 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro in Mecklenburg-Vorpommern investieren.

Rostock – Angetrieben von Erneuerbaren Energien soll nahe Rostock ein großes neues Rechenzentrum entstehen. Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland zählen, will dafür bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro investieren, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) sagte, ihr Bundesland werde „in vielfacher Weise profitieren“.

Das Land mache damit „endlich einen großen Schritt“, das Thema Erneuerbare Energien und Digitalisierung zu verbinden, sagte Schwesig. Schwesig betonte, dass es in der Bauphase Aufträge für die heimische Wirtschaft geben werde – „insbesondere in der Bauwirtschaft und im Handwerk“. Durch den Betrieb des Rechenzentrums entstünden dann bis zu 120 Arbeitsplätze. Die Schwarz-Gruppe betonte in einer Mitteilung: „Ein Vorteil von Norddeutschland ist die hohe Verfügbarkeit von nachhaltig produziertem Strom, unter anderem aus On- und Offshore-Windkraft.“

Das Rechenzentrum soll helfen, die digitale Souveränität zu stärken: „Ziel der Landesregierung ist, dass wir unabhängiger von ausländischen Anbietern von Rechenzentren und Cloud- und KI-Anwendungen werden“, erklärte Schwesig. „Wir sehen die Investitionsentscheidung der Schwarz Gruppe deshalb auch als Möglichkeit für mehr Unabhängigkeit und mehr Datensicherheit.“ Noch 2026 will das Land digitale Baugenehmigungen und die Verwaltungssoftware Opendesk auf der Cloud der Schwarz-Tochter Stackit nutzen. Den ersten Schritt machen digitale Lehrerarbeitsplätze. Bei Cloud-Angeboten werden Aufgaben nicht auf eigenen Computern gerechnet, sondern per Internetverbindung in Rechenzentren. Hier ist die Schwarz Gruppe mit der Telekom und SAP einer der wenigen Konkurrenten der großen US-Konzerne. Der Standort der Rechenzentren ist brisant, weil Daten in den USA dem Zugriff von US-Behörden unterliegen.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten wird im kommenden Jahr gerechnet. 2033 soll das Rechenzentrum dann über eine Kapazität von 240 Megawatt (MW) verfügen. Zum Vergleich: Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom lag die Kapazität aller Rechenzentren und kleineren IT-Installationen 2025 in Deutschland bei insgesamt 2980 MW.

Nach Schwarz-Angaben werden die Kapazitäten des neuen Rechenzentrums einerseits für die eigene Verwaltung eingeplant. „Andererseits würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken, gebündelt bei der IT- und Digitalsparte Schwarz Digits“, erklärte die Gruppe. Gemeint sind Kapazitäten, die dann vermietet werden. Damit gebe es auch „sehr konkrete Perspektiven“, die Kapazität bis 2045 auf eine Anschlussleistung von 1000 MW auszubauen. Das entspricht etwa der Anschlussleistung Münchens. Bereits jetzt gibt es Pläne, die Abwärme für die Versorgung der Stadt Rostock zu nutzen.DPA/MAS

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