Große Seen, die womöglich noch größer werden: Der Ontariosee heißt nun Amerikasee. © Agency People Image
Die friedliche Sommerstimmung am Ontariosee trügt: Zwischen Kanada und den USA herrscht aktuell Eiszeit. © Adrian Kraus/dpa
Washington – Im Handelsstreit mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump seinen Konfrontationskurs weiter verschärft: Er unterzeichnete ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“ (Amerikasee). Zugleich drohte Trump mit weiteren Namensänderungen – etwa für den Atlantik. Kanadas Premierminister Mark Carney betonte, der Name des Sees, der sich auf beide Länder erstreckt, laute Ontariosee – „früher, jetzt und für immer“.
Durch den Ontariosee verläuft die Grenze zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. Das Gewässer gehört zu den fünf Großen Seen Nordamerikas.
Der US-Präsident kann nicht eigenmächtig internationale Gewässer umbenennen. Er kann allerdings anordnen, dass offizielle US-Regierungsdokumente und -karten geändert werden. Im Fall des Golfs von Mexiko hatte sich der Online-Kartendienst Google Maps dem Willen des Präsidenten gebeugt. Er zeigt US-Nutzern die Meeresbucht als „Gulf of America“ an.
Die Bundesregierung hält allerdings an der bisherigen Bezeichnung fest: „Für uns heißt es weiter Lake Ontario, wie der übliche Name ist“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Es ist eine amerikanische Entscheidung, diesen See anders zu bezeichnen.“