Das Versprechen: Die Falte bleibt trotz Klappmechanismus unsichtbar. © Karl Mondon/AFP
Der neue Apple-Chef John Ternus präsentierte in Cupertino das erste Falt-Handy des US-Konzerns – mit bis zu 3799 Euro ist es auch das bislang teuerste iPhone. © Karl Mondon/AFP
München – Apple hat in der Nacht auf Mittwoch in Cupertino im US-Bundesstaat Kalifornien sein erstes Falt-iPhone vorgestellt – und verlangt dafür bis zu 3799 Euro. Auch die neuen Pro-iPhones und Uhren sind technisch stark – aber teuer und nicht immer ein Grund zum sofortigen Kauf. Positive Ausnahme sind die neuen AirPods 5: Sie bieten mehr fürs gleiche Geld. Wir beantworten die wichtigsten Fragen nach der Neuheiten-Show.
Was bringt Apples erstes Falt-Handy?
Das iPhone Duo ist außen ein handliches Smartphone und wird aufgeklappt mit 7,6 Zoll fast zum iPad mini. Das ist ideal zum Netflix-Schauen unterwegs – und praktisch zum Arbeiten, etwa mit Text- und Mailprogrammen nebeneinander. Apple will zudem die lästige Falte im Doppel-Bildschirm weitgehend beseitigt haben. Manko ist die schwächere Kamera ohne Teleobjektiv – und vor allem der Preis: zwischen 2299 Euro mit 256 Gigabyte Speicher und 3799 Euro mit 2 Terabyte. Alternative: Samsungs ausgereiftes Galaxy Z Fold 8 gibt es um die 1400 Euro.
Ist das normale iPhone 18 Pro nicht sinnvoller?
Für die meisten schon. Es hat vor allem mit seinem optischen Achtfach-Zoom die bessere Kamera als das Duo. Die Akku-Laufzeiten sind auch dank Apples C2-Modem, das weitgehend in München entwickelt wurde, nochmals länger. Allerdings hat Apple wegen der globalen Speicherkrise bei den Preisen jeweils um 150 Euro draufgesattelt. Das 18 Pro startet mit 256 Gigabyte bei einem Preis von 1449 Euro, das größere Pro Max bei 1599 Euro. Alternativen: Das kaum schlechtere 17 Pro gibt es dagegen bereits um die 1100 Euro, Googles KI-starkes Pixel 10 Pro sogar für 675 Euro. Und Geduld lohnt sich: Für Anfang 2027 erwartet Idealo beim 18 Pro bereits Preise, die 200 Euro niedriger liegen.
Was können die neuen Uhren?
Watch Series 12 und Ultra 4 messen Gesundheitsdaten häufiger und genauer. „Tagesform“ bewertet Schlaf, Vitalwerte und Belastung. Die KI-Funktionen „Live Rewind“ und „Siri Recap“ bringen die letzten 15 Sekunden eines Gesprächs zurück – oder fassen am Abend auf Wunsch den Tagesablauf zusammen. Beim Design seiner Uhren wagt Apple seit Jahren nichts Neues, deswegen lohnen sich die Vorgänger mehr denn je. Die Series 12 ist ab 449 Euro zu haben, die Ultra 4 ab 899 Euro. Spartipp: Das Einstiegsmodell Watch SE 3, bei „Warentest“ mit Note 1,6 bewertet, gibt es schon um die 250 Euro.
Kann Apple nur noch teuer?
Das könnte man fast meinen. Die günstigeren Modelle iPhone 18, 18e und Air 2 sollen dieses Mal erst Anfang 2027 folgen. Damit kann Apple im Weihnachtsgeschäft zunächst die teuren Pro-Modelle verkaufen. Eine erfreuliche Ausnahme sind die AirPods 5: Für 149 Euro gibt es aktive Geräuschunterdrückung (ANC) nun erstmals auch bei der preiswerteren Variante. Da lohnt sich der Vorgänger nicht mehr. Für 169 Euro kommen kabelloses Laden und längere Akku-Laufzeit dazu.
Wie hat sich der neue Apple-Chef John Ternus geschlagen?
Er moderierte seine erste Präsentation noch zurückhaltender als Vorgänger Tim Cook. Bei der Vorstellung des iPhone Duo bediente sich Ternus beim legendären Apple-Gründer Steve Jobs: „One more thing!“ – „Einen hab’ ich noch.“ Das wirkte sehr bemüht, zumal das Falt-iPhone nun wirklich keine Überraschung war. Das Showtalent, das ein Apple-Chef auch braucht, muss der 51-jährige Hardware-Experte erst noch beweisen.