Kempten – Bei der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu muss nach einem neuen Gutachten mit rutschenden Hängen gerechnet werden. Nach der im Auftrag des Bunds Naturschutz erstellten Studie „ist nahezu der gesamte Hangbereich im Gebiet der geplanten Piste“ so labil, dass das Bauprojekt nicht umgesetzt werden kann. Dabei schreibe die von der Bundesrepublik unterzeichnete Alpenkonvention vor, dass die Planierung von Skipisten an Hanglagen, die ins Rutschen kommen könnten, nicht genehmigt werden dürfe. Das Gutachten wurde vom geowissenschaftlichen Büro Dr. Heimbucher in Nürnberg erstellt. Sogenannte Flyschgesteine am Riedberger Horn mit einer Mischung aus Sandstein, Mergel- und Tonsteinen seien besonders rutschanfällig, sagte der Geograf Michael Menke. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der erwarteten Zunahme von extremen Wetterereignissen sei „künftig sogar verstärkt mit Hangbewegungen zu rechnen“.
„Mit dem Gutachten sind wir bestens vorbereitet für ein etwaiges Gerichtsverfahren“, sagte der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner bei der Vorstellung des Gutachtens in Kempten. Er forderte die CSU-Staatsregierung auf, ihre Entscheidung für das Projekt zu revidieren.
In nächster Zeit werde der BN zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz eine Normenkontrollklage gegen die Änderung des „Alpenplans“ einreichen. Durch die Änderung, die zum 1. März in Kraft trat, wurde die Möglichkeit für den Bau der Bergbahn geschaffen. Liftbetreiber Berni Huber, der zu den Initiatoren des Projekts zählt, will keinen Zeitplan für einen Bauantrag nennen. Es müssten noch Gespräche mit den jeweiligen Grundstückseigentümern folgen. Ein eventueller Bauantrag müsste dann vom Landratsamt Oberallgäu geprüft werden. mm/lby