Kanzlerin soll Urlaub beenden
Naturschützer: Merkel müsse Maßnahmen gegen Klimakrise ergreifen
Nürnberg/München – Angesichts der anhaltenden Dürre hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum sofortigen Handeln aufgefordert. Merkel müsse ihren Sommerurlaub beenden, sagte BUND-Chef Hubert Weiger gestern in Nürnberg. Um die Klimakrise noch abzuwenden, seien Sofortmaßnahmen notwendig, sagte Weiger, der für den Pressetermin selbst seinen Sommerurlaub unterbrochen hatte.
Die Kanzlerin kehrt ohnehin nach zweieinhalb Wochen Urlaub am Samstag auf die politische Bühne zurück. Dann fliegt sie nach Andalusien zum spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Weiger stellte einen „Klima-Nothilfeplan“ vor. Darin fordert der BUND unter anderem die Abschaltung klimaschädlicher Kohlekraftwerke, ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen, eine Verteuerung von Flugtickets und einen ökologischen Landbau.
„Wir hoffen, dass dieser Sommer ein Weckruf auch in Bayern ist“, betonte der Landeschef des Bunds Naturschutz Bayern, Richard Mergner. An die Adresse von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gerichtet, sagte er: „Wir wollen endlich Taten beim Klimaschutz sehen.“ Mergner verlangte einen Stopp „der Milliardenausgaben für Straßen- und Flughafenbau“ im Freistaat. Das Geld müsse stattdessen in Förderprogramme zur Energieeinsparung und zum Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Mergner appellierte aber auch an die Bevölkerung, im Einkauf und eigenen Verhalten auf Umweltschutz zu achten. mm/lby