Otterfing – Hat eine Frau ihr drei Monate altes Baby getötet? Dieser Frage geht die Kripo Miesbach nach. Die gebürtige Nigerianerin ist nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd dringend tatverdächtig. Aktuell sitzt die 28-Jährige in Untersuchungshaft. Bei der Verhaftung habe sie keinen Widerstand geleistet. Ein Geständnis legte die Frau, deren Asylantrag abgelehnt worden war, nicht ab.
Das Mädchen war am Morgen des 27. Septembers in einer Otterfinger Wohnung ums Leben gekommen. Zunächst hatte es keine Hinweise auf eine Straftat gegeben. Das änderte sich allerdings nach der Obduktion des Leichnams durch das rechtsmedizinische Institut München. Die Maßnahme war von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden. „Die Untersuchungen ergaben eindeutige Hinweise, dass dem Opfer durch Gewalteinwirkung schwere Verletzungen beigebracht wurden, die zum Tod führten“, sagt Polizeisprecher Stefan Sonntag.
Was in dem Otterfinger Wohnhaus, in dem Asylbewerber untergebracht sind, geschah, ist noch unklar. Die Polizei hält sich „aus ermittlungstaktischen Gründen“ bedeckt und ging deshalb auch nicht früher mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Die Kripo prüft außerdem die Tatbeteiligung eines 28-jährigen Manns aus Nigeria. Ermittelt werden muss laut Sonntag unter anderem, ob er ein Bekannter der Frau, der Lebenspartner oder sogar der Vater des Kinds ist. avh