München – Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat Vorwürfe wegen einer angeblichen Datenpanne zurückgewiesen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, dass gesundheitsbezogene Daten möglicher Spender an das soziale Netzwerk Facebook gesendet worden seien. Darunter hätten sich auch intime Angaben wie zu HIV-Infektionen, Schwangerschaften, Drogenkonsum oder Diabetes befunden. Laut BRK-Blutspendedienst entspreche die im Artikel angeführte Behauptung nicht der Wahrheit.
Das BRK moniert, dass die Behauptungen „einseitig dargestellt“ und ohne ausreichende Berücksichtigung entsprechender Stellungnahmen des Unternehmens erfolgt seien. Die Vorwürfe beriefen sich nur „auf ein rein theoretisches rechtswidriges Szenario“. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ wurden die Daten der Nutzer der Blutspender monatelang bei einem „Vorcheck“ auf der Internetseite blutspendedienst.com erfasst, die vom gemeinnützigen BRK-Tochterunternehmen betrieben wird. Freiwillige Spender konnten sich auf dieser Seite scheinbar anonym durch eine Umfrage zu Erkrankungen und anderen Gründen klicken, die sie vom Spenden ausschließen. Auf der Seite sei der Werbetracker „Facebook Pixel“ eingebunden gewesen, die Antworten seien daher teilweise in Verbindung zu Facebook-Konten der Spender an das Netzwerk übertragen worden. Der BRK-Blutspendedienst habe auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ bestritten, dass sich aus den übertragenen Daten Rückschlüsse auf Krankheiten Einzelner ergeben. Eine technische Analyse der „SZ“ zeige aber das Gegenteil.
Der BRK-Blutspendedienst teilte mit, dass der „Facebook Pixel“ nur für Analysezwecke eingesetzt worden sei: „Ein sogenanntes Event-Tracking war zu keinem Zeitpunkt integriert.“ epd