München – Schulleitermangel ist in Bayern nach Darstellung des Kultusministeriums kaum Thema. An Grund- und Mittelschulen waren den Angaben nach zum Stichtag 1. Oktober weniger als ein Prozent der Schulleiterstellen unbesetzt. Wegen Ruhestands oder Wechsels auf andere Stellen würden hier jährlich etwa 300 Schulleitungen neu besetzt. An den 322 staatlichen Gymnasien seien pro Jahr etwa 10 bis 15 Prozent der Schulleitungen neu zu besetzen. Zudem seien derzeit von 238 Schulleiterstellen an staatlichen Realschulen drei unbesetzt.
„Generell gilt: Frei werdende Schulleiterstellen an den staatlichen Schulen in Bayern werden rechtzeitig ausgeschrieben, so dass eine kontinuierliche Besetzung der Schulleitung gewährleistet ist“, erläuterte ein Ministeriumssprecher. Kurzfristige Lücken entstünden üblicherweise nur, wenn Besetzungsverfahren noch nicht abgeschlossen seien. „In solchen Fällen ist die betroffene Schule jedoch nicht ohne Schulleitung, denn die Amtsgeschäfte übernimmt qua Amt bis zur Besetzung der Stelle der ständige Vertreter des Schulleiters der Schule, der hierfür entsprechend vom Unterricht freigestellt wird und die erforderliche Leitungszeit erhält“, teilte der Sprecher mit.
Der Lehrerverband BLLV mahnte, die Staatsregierung müsse dennoch mehr Anreize schaffen. Anders als früher gebe es heute oft nur ein bis zwei Bewerbungen. „Und dieser eine wurde dann oft überredet“, so BLLV-Chefin Simone Fleischmann. Auch der Deutsche Lehrerverband warnte vor Engpässen. lby