Die Beinahe-Kollision von Griesen

von Redaktion

Lokführer verhindert Zusammenstoß – Vorfall weckt Erinnerungen

Garmisch-Partenkirchen – Dieser Lokführer hat sich wohl eine Auszeichnung verdient: Mit 60 km/h fährt am Mittwoch gegen 17 Uhr ein Zug der Werdenfelsbahn auf der eingleisigen Strecke Richtung Reutte in Tirol auf der Strecke der sogenannten Außerfernbahn. Da bemerkt der Lokführer kurz vor der Haltestelle Griesen unmittelbar an der bayerisch-tirolerischen Grenze, dass er auf einen stehenden Zug zufährt. Er kann stoppen. „Es war eine normale Betriebsbremsung. Das hat gereicht, um den Zug zum Stillstand zu bringen“, sagt der Sprecher der Bundespolizei, Rainer Scharf. Niemand wurde verletzt, doch der Schreck dürfte vielen noch in den Gliedern sitzen. Zumal die Ursache dieser gravierenden Panne unklar ist.

Normalerweise hätten die Züge wohl am kleinen Bahnhof Ehrwald aneinander vorbeifahren sollen. Dort gibt es zwei Gleise, ansonsten ist die Strecke meist eingleisig. Nach Recherchen von Pro Bahn hatte der Zug Richtung Reutte wohl Verspätung. Der Zug Richtung Garmisch-Partenkirchen fuhr aus unerfindlichen Gründen dann los, ohne die Begegnung in Ehrwald abzuwarten. Die Lokführer und die Fahrdienstleiter in Reutte und Griesen würden befragt, „wir wollen aber niemanden vorverurteilen“, sagte der Sprecher der Polizei. Ein Notfallmanager und ein Teamleiter von DB Regio waren nach dem Vorfall ebenfalls vor Ort.

Die Beinahe-Kollision weckt unangenehme Erinnerungen an die Meridian-Katastrophe von Bad Aibling im Jahr 2016 mit zwölf Toten und an ein Beinahe-Unglück in Utting am Ammersee 2018, als zwei Züge der Bayerischen Regiobahn fast am Bahnhof kollidiert wären.

DIRK WALTER

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