Spekulation ums Abitur

von Redaktion

Schlewig-Holstein verzichtet auf Prüfungen

München – Ein Vorschlag des Deutschen Philologenverbands hat Irritationen ausgelöst. Die Vorsitzende des Philologenverbandes hat wegen der Corona-Krise ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich sehe sie das Abitur nicht in Gefahr, sagte Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwei Drittel der Abiturnote seien durch Kursleistungen erbracht. Das letzte Drittel solle eine Prüfungssituation abbilden. Diese könne man auch aus Klausurleistungen berechnen. Prompt kündigte Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien (CDU) gestern Nachmittag an, die Prüfungen abzusagen. Sie werde dies dem Kabinett heute vorschlagen. Die Abinoten sollen dann auf Basis der bisherigen Noten gebildet werden.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FW) reagierte ablehnend. „Unser Ziel ist es, die Abiturprüfungen nach dem neuen Fahrplan ab dem 20. Mai durchzuführen“, erklärte er unserer Zeitung. Die weitere Entwicklung müsse man abwarten. „Schnellschüsse helfen da nicht weiter.“

Auch der Bayerische Philologenverband ging gestern auf Distanz zu seiner Dachorganisation. Die Verschiebung auf den 20. Mai sei richtig, so Verbandschef Michael Schwägerl. Falls dieser „Plan B“ nicht einzuhalten sei, könnten die Abiturprüfungen um drei weitere Wochen verschoben werden – in den Juni hinein. Die Abiturzeugnisse würde es nach diesem „Plan C“ erst Ende Juli geben. Prüfungen abzusagen, wie es auch eine Petition vorschlage, sei die Ultima Ratio. dw

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