München – Am Mittwoch, spätestens am Donnerstag, sollen Schüler und Eltern endlich Klarheit über einen eventuellen Neustart der Schulen nach den Osterferien haben. „Wir entwickeln verschiedene Szanrien“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) unserer Zeitung. Entschieden worden sei aber noch nichts. Vor der heutigen Beratung der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten mache es keinen Sinn, Vorab-Festlegungen zu treffen. „Mir ist aber wohl bewusst, dass alle darauf warten“, sagte Piazolo.
Einhellig abgelehnt wird von bayerischen Schulexperten der Vorschlag der der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina), mit der Öffnung der Grundschule zu beginnen und den Abschlussklassen den Schulbesuch wieder zu erlauben – in kleinen Klassen und mit Konzentration auf die Schwerpunktfächer Deutsch und Mathematik. Wörtlich heißt es in dem Gutachten: „Eine Gruppengröße von maximal 15 Schülerinnen und Schülern wäre möglich, wenn entsprechend große Klassenräume zur Verfügung stehen. Die so geschehene Öffnung muss für die Eltern verlässlich sein. Eine gestaffelte Pausenregelung für die einzelnen Gruppen ist notwendig. Der Schulhof darf nicht zum Austauschort für Viren werden.“
Trotzdem heißt es bei der Katholischen Erziehergemeinschaft, dem könne man nicht zustimmen, „besonders im Hinblick darauf, dass Grundschul- und Kindergartenkindern Schutzmaßnahmen schwer zu vermitteln sind und eine strikte Einhaltung derselben nicht realistisch ist“. Auch Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen und des Deutschen Realschullehrerverbands, hält eine Infektionsgefahr an Grundschulen oder in Kindertagesstätten für „viel zu hoch“. Die Verantwortlichen seien gefragt, auf Länderebene einheitliche Lösungen zu finden, die jedoch die Grundstrukturen wie Ferien oder Abschlussprüfungen nicht angriffen oder infrage stellen.
Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern in den Schulen „maximalen Infektionsschutz“. In einem ersten Schritt müsse die Notfallbetreuung deutlich ausgeweitet werden. Derzeit nehmen bayernweit nur gut 3500 Kinder an 1515 Schulen die Betreuung in Anspruch, erklärte die Grünen-Schulpolitikerin Gabriele Triebel. Außerdem müsse das Lernen zu Hause („Homeschooling“) klar geregelt werden. Zu Hause erbrachte Leistungen dürfen nicht benotet werden, findet Triebel. dw