Am Dienstag startet die Schule – mit vielen über die Sommerferien geänderten Corona-Regeln. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.
Wo müssen Schüler und Lehrer Masken tragen?
Maskentragen ist bis vorerst 1. Oktober für Schüler Pflicht – sowohl in den Gängen als auch am Platz im Schulhaus. Für Grundschüler reicht eine Stoffmaske, sonst eine OP-Maske (auch Lehrer). Grund der Anordnung ist die Sorge vor steigenden Infektionszahlen durch Reiserückkehrer.
Welche Änderungen gibt es beim Testen?
An den Grundschulen gibt anfangs einen Antigen-Schnelltest. Voraussichtlich ab 20. September, also der zweiten Schulwoche, wird auf PCR-Pooltests umgestellt. Dabei lutschen die Kinder an zwei Tupfern. Zunächst werden im Labor die Proben von allen – also als Pool – untersucht. Fällt der Test positiv aus, werden die separat abgegebenen zweiten Tupfer („Rückstellproben“) für jedes Kind separat ausgewertet, um festzustellen, welches Kind infiziert ist. Kultusminister Michael Piazolo (FW) versicherte, das Ergebnis des Pools werde den Eltern bis spätestens 19 Uhr desselben Tages mitgeteilt, die Analyse der Einzelprobe bis spätestens 6 Uhr des nächsten Tages, also noch vor Schulbeginn. Bei den weiterführenden Schulen bleibt es bei den Antigen-Schnelltests, jetzt aber drei Mal die Woche, wie Piazolo sagte: montags, mittwochs und freitags. Wichtig: Vollständig geimpfte Schüler müssen sich nicht testen.
Welche Quarantäne- Regeln gelten?
Das Kultusministerium will künftig „mit Augenmaß und Sachverstand“ vorgehen, wie Piazolo sagte. In Quarantäne muss nur noch das positiv getestete Schulkind und die unmittelbaren Kontaktpersonen, nicht aber die gesamte Klasse. Die Entscheidung über die Schüler, die heimgeschickt werden, trifft die Schulleitung in Absprache mit dem Gesundheitsamt – dabei gibt es einige Kriterien, etwa, wie eng die Schüler beisammensaßen und wie die Lüftung des Klassenzimmers war. Gibt es Luftreinigungsgeräte im Klassenzimmer, kann die Quarantäne sogar ganz entfallen. Nach fünf Tagen kann man sich freitesten.
Wie ist der Stand bei den Impfungen?
Nach einer Erhebung des Bayerischen Philologenverbands Ende Juli waren 96 Prozent der Lehrer an Gymnasien und beruflichen Oberschulen erstgeimpft, 90 Prozent schon vollständig geimpft. Trotzdem gibt es natürlich auch unter der Lehrerschaft einige Impfmuffel oder gar -verweigerer. Genaue Zahlen werden in Kürze erwartet, wenn die schon beschlossene Auskunftspflicht über die Corona-Impfung an Schulen umgesetzt wird. Piazolo sagte, das Kabinett werde sich bald damit befassen. Eventuell kommt für sie eine Testpflicht. Piazolo betonte: „Wer als Lehrer nicht geimpft ist, muss sich testen lassen.“ Bei den Schülern ist die Impfquote geringer – nur 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben zumindest eine Erstimpfung. Für Kinder unter 12 gibt es noch keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Der Forderung von Lehrerverbands-Chef Heinz-Peter Meidinger, dies zu forcieren, wollte sich Piazolo nicht anschließen.
Welche Lockerungen gibt es an Schulen?
Ziel ist Präsenzunterricht für alle, also eine Rückkehr zur Normalität. So wird Sportunterricht ohne Maske stattfinden, auch Schwimmstunden. „Wir wollen auch mehrtägige Schülerfahrten“, sagte Piazolo. Dass wieder Normalität herrschen soll, sieht man auch am Folgenden: Die Gesamtzahl der Proben in Mathe, Deutsch und HSU (4. Klasse Grundschule) wird wieder auf 22 angehoben – wegen Corona war diese „Soll-Vorgabe“ zuletzt auf 14 gesunken.
Wie geht es mit der Digitalisierung weiter?
Die Milliardeninvestitionen in Laptops und WLAN sollen auch nach einem Ende der Pandemie nicht umsonst gewesen sein – auch wenn die Rückkehr zu lang andauerndem Digitalunterricht nicht geplant ist. Die Schulen sollten „innovative Lernszenarien“ aufgreifen, die Mebis-Mediathek weiter nutzen, Podcasts, neue Websites und Blogs ausprobieren. Das Ziel sei eine „1:1-Ausstattung“ der Schüler ab der 5. Klasse mit mobilen Geräten, sagte Piazolo. Das solle in drei bis vier Jahren umgesetzt sein. Heute gibt es 650 000 Laptops an den Schulen (bei 1,25 Mio. Schülern), davon 240 000 Schüler-Leihgeräte. DIRK WALTER